Floh- und Zeckenprophylaxe – was ist sinnvoll für Ihr Haustier?

So mindern Sie den Parasitenbefall bei Hunden und Katzen

Zecken und Flöhe sind die kleinen, aber hartnäckigen Widersacher, die Ihrem Haustier viel Ärger und Pein bereiten können. Von den ersten Frühlingstagen bis zum Einsetzen des Frostes ist beispielsweise die Gefahr, dass Ihr Hund unfreiwilliger Wirt einer Zecke wird, besonders hoch. Die Möglichkeit eines Befalls aber besteht mittlerweile das ganze Jahr über.

Schon der Befall mit Parasiten ist für Haustiere mehr als unangenehm – haben sich Flöhe ausgebreitet, leiden Hund oder Katze unter einem unerträglichen Juckreiz. Hinzu kommt, dass sowohl Zecken als auch Flöhe Krankheitsüberträger sind und wie Milben Allergien auslösen können. Schützen Sie Ihr Tier daher am besten ganzjährig und nutzen Sie alle Möglichkeiten zur Prophylaxe, damit es gar nicht erst zu einem Befall mit Zecken, Flöhen oder anderen Parasiten kommt.

 

Wann und für welche Haustiere ist die Prophylaxe erforderlich?

Für die Prophylaxe gegen den Befall Ihres Haustieres mit Zecken und Flöhen stehen verschiedene Mittel und Methoden zur Verfügung. In erster Linie sind diese für Katzen und Hunde gedacht, aber auch Nagetiere können Sie sinnvoll vor Milben und Flöhen schützen. Welche Mittel optimal einsetzbar sind, sollte mit Blick auf Ihr Haustier und das Gebiet, in dem Sie leben, bestimmt werden. Denn als erfahrene Tierärzte wissen wir, dass gerade beim vorbeugenden Schutz die individuellen Gegebenheiten unbedingt zu berücksichtigen sind.

 

Nur für Hunde möglich: Impfung gegen Borreliose

Eine Impfung gegen die vom gemeinen Holzbock übertragene Borreliose ist ausschließlich bei Hunden möglich. Besonders erwägenswert ist die Impfung, wenn

  • Sie in einem Gebiet leben, das als stark gefährdet gilt, in dem also vermehrt Erkrankungsfälle gemeldet wurden;
  • Sie oft mit Ihrem Hund durch Wälder oder angrenzende Gebiete spazieren gehen. Zwar kommen Zecken auch in Hausgärten vor, die sich nicht in unmittelbarer Waldesnähe befinden, doch ist die Gefahr hier etwas geringer.

 

Durch die Impfung bildet Ihr Hund Antikörper gegen die von der Zecke übertragenen Borrelien aus. Bereits während die Zecke versucht, Blut von ihrem Wirtstier abzusaugen, werden diese Antikörper auf den Parasiten übertragen, sodass die Borrelien keinen Schaden mehr anrichten können.

Bitte beachten Sie aber: Die Impfung schützt nur gegen Borreliose, sie kann keine anderen Erkrankungen verhindern, wie beispielsweise die ebenfalls von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder die Babesiose (umgangssprachlich: Hunde-Malaria). Die regelmäßige Fellpflege und weitere Prophylaxe-Maßnahmen sind daher auch nach einer Impfung noch wichtig.

 

Zecken und Flöhen den Garaus machen: Möglichkeiten der Prophylaxe

Eine tägliche Fellpflege ist die Grundvoraussetzung, um Katze oder Hund vor verschiedenen Erkrankungen zu schützen und/oder erste Anzeichen sofort zu erkennen. Entdecken Sie bei der Pflege eine oder mehrere Zecken, sollten Sie diese so rasch wie möglich mithilfe einer Zeckenzange oder einer Pinzette entfernen. Haben Sie keine Erfahrung mit dem Entfernen von Zecken, lassen Sie sich am besten bei einem Ihrer nächsten Besuche in unserer Praxis zeigen, wie dies geschieht, damit die Zecke restlos entfernt wird und keine Absonderungen mehr ins Blut gelangen. Je rascher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Übertragung von Infektionserregern.

Damit es gar nicht erst zu einem Befall mit Zecken und/oder Flöhen kommt, wurden eine Reihe von Antiparasitika entwickelt, die Sie Ihrem Haustier auf verschiedene Arten verabreichen können, nämlich

  • Tabletten,
  • Spot-ons und
  • Halsbänder.

 

 

Einige dieser Präparate erhalten Sie auch ohne Indikation im freien Apothekenverkauf, andere werden nur auf Rezept ausgegeben. Unsere Empfehlung lautet aber auch und gerade bei jeder medikamentösen Gabe: Sprechen Sie zuvor mit uns ab, welches Mittel für Ihr Haustier wirksam und empfehlenswert ist, denn

  • nicht jeder Wirkstoff ist für jedes Haustier geeignet;
  • jedes chemische Präparat kann bei unzulänglicher Anwendung oder Dosierung Nebenwirkungen hervorrufen.

 

Der Grund dafür ist leicht nachvollziehbar: Antiparasitika funktionieren mithilfe von Wirkstoffen, die die Parasiten töten. Die Wirkstoffe werden durch die Einnahme in Tablettenform oder durch das äußerliche Auftragen verabreicht und geraten in die Blutbahn des befallenen Tieres, um schließlich auf diesem Weg von Flöhen oder Zecken aufgenommen zu werden.

Wird das falsche Mittel oder eine falsche Anwendung gewählt, kann dies bestenfalls den Behandlungserfolg verhindern, schlimmstenfalls zu Vergiftungserscheinungen bei Ihrem Haustier führen. Bei einer sachkundigen Auswahl und sorgfältigen Anwendung dagegen werden die ausgewählten Mittel Ihr Tier optimal schützen.

Übrigens kann diese Sorgfalt in der Auswahl im Zweifelsfall nicht nur Ihr Haustier, sondern auch Sie selbst vor unerwünschten Nebenwirkungen bewahren. Vor allem dann, wenn Sie auf bestimmte Stoffe allergisch reagieren oder die Gefahr eines Kontaktekzems besteht.Aus demselben Grund raten wir von Hausmittelchen ab, bei denen ausschließlich ätherische Öle oder eine starke Geruchsentwicklung Flöhe und Zecken fernhalten sollen. Viele Tiere und ihre Besitzer vertragen diese Geruchsintensität nicht – und eine Wirksamkeit ist in der Regel ohnehin nicht bewiesen.

 

Vorsorge ist die beste Medizin …

… aber manchmal hilft alles nichts, das Haustier hat bereits Flöhe oder wurde von einer Zecke gebissen. Dann müssen natürlich nachträglich die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden.

Dass Ihr Haustier ein Problem mit Parasiten hat, erkennen Sie beispielsweise daran, dass

  • es sich häufiger und intensiver kratzt als an anderen Tagen;
  • sich am Fell oder an der Haut bereits erste Schäden zeigen;
  • Sie im Flohkamm Flöhe oder Flohkot finden.

 

Flohkot können Sie von anderen Verunreinigungen leicht unterscheiden, indem Sie ihn mit ein wenig Wasser anfeuchten. Kämmen Sie zunächst das Fell Ihres Haustieres, und klopfen Sie den Kamm dann über einem hellen, reißfesten Papiertuch aus. Tröpfeln Sie etwas Wasser darüber und reiben Sie dann leicht an den schwarzen Rückständen. Handelt es sich um Flohkot, wird sich dieser rötlich verfärben.

Sind Sie nicht sicher, ob es sich tatsächlich um einen Flohbefall handelt, suchen Sie sobald wie möglich unsere Praxis auf – wir erkennen einen Befall sofort, erklären Ihnen genau, was zu tun ist, und stellen Ihnen ein Rezept für die benötigten Anti-Flohmittel aus.

Wurde Ihr Haustier von einer Zecke gebissen und haben Sie diese bereits selbst entfernt? Dann empfehlen wir, dass Sie Tier und Biss-Stelle dennoch in den kommenden Wochen besonders gut im Auge behalten. Achten Sie an der Biss-Stelle auf Anzeichen für eine mögliche Entzündung (Rötung, Schwellung). Ein Verdacht auf eine Infektion liegt zudem vor, wenn Ihr Tier die folgenden Symptome zeigt:

  • Appetitverlust/Fressunlust,
  • Apathie und Bewegungsunlust,
  • Fieber,
  • Hautreizungen,
  • Erbrechen und/oder Durchfall,
  • vermehrter Durst,
  • auffällige Verhaltensänderung.

 

All diese Symptome müssen nicht auf eine durch Zeckenbiss hervorgerufene Infektion deuten, ein Zusammenhang ist aber möglich. Sollte(n) eines oder mehrere dieser Symptome anhaltend oder wiederkehrend auftreten, zögern Sie daher nicht, sofort einen Termin für unsere Sprechstunde zu vereinbaren, damit wir die Ursachen abklären und Ihrem Tier so rasch wie möglich helfen können.