Rottweiler, welpen

Haustiere kaufen – sicher und nach Maßgabe des Tierwohls

Das Kaninchen aus dem Tierdiscounter, Hund, Katze oder auch Schlangen über den Kleinanzeigenmarkt – Haustiere stehen hoch im Kurs und mit ihnen wird online wie offline reger Handel betrieben. In diesem Beitrag befassen wir uns mit den Fragen,

  • worauf Sie achten sollten, wenn Sie ein Haustier kaufen und
  • woran Sie bemerken, dass es sich gegebenenfalls um einen unseriösen Verkäufer handelt.

Welche Möglichkeiten gibt es, ein Haustier zu kaufen?

Haustiere können Sie von privaten oder gewerblichen Anbietern kaufen. Der Verkauf erfolgt

  • direkt vom Züchter.
  • im Zoohandel vor Ort.
  • über ein Tierheim.
  • von Privatleuten, die ein Tier nicht länger halten können oder deren Haustiere Nachwuchs bekommen haben.
  • online über Kleinanzeigenmärkte und Tierportale.
  • über Tierschutzorganisationen, die Ihnen auch Haustiere, zumeist Hunde, aus dem Ausland verkaufen.

 

Bevor Sie sich zum Kauf entschließen, sollten Sie sich darüber informieren, welche Kosten auf Sie zukommen und wie sich Ihr Leben durch den neuen Gefährten verändern wird. Hier im Blog finden Sie dazu viele hilfreiche Ratgeber.

Steht der Entschluss, ein Haustier zu kaufen, dann immer noch fest, geht es an die Auswahl des Verkäufers.

Kauf von gewerblichen Anbietern

Für einen Züchter sollten Sie sich entscheiden, wenn Sie sichergehen wollen, dass der Hund oder die Katze einen bestimmten Stammbaum haben, dass hier also nach Rasse gezüchtet wurde. Entscheiden Sie sich bevorzugt für einen Züchter, den Sie vor Ort aufsuchen können. Werfen Sie einen prüfenden Blick auf die Haltungsbedingungen und versuchen Sie im Gespräch herauszufinden, ob der Züchter selbst ein Interesse daran hat, seine Tiere in gute Hände zu vermitteln.

Berät er sie? Kann er Ihnen Auskunft über die Besonderheiten bestimmter Rassen geben? Hat er Fragen dazu, wie und warum Sie das Tier kaufen und halten wollen? Bewerten Sie solche Fragen bitte nicht als Misstrauen Ihnen gegenüber. Sehen Sie darin eine Bestätigung, dass es sich um einen seriösen Züchter handelt, der seine Tiere nicht um jeden Preis verkaufen will.

Im Zoofachhandel und Tierfachgeschäften werden zumeist nur Kleintiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen angeboten. Machen Sie sich damit vertraut, wie diese Tiere artgerecht gehalten werden – und prüfen Sie dann, ob diese Konditionen im Geschäft Ihrer Wahl eingehalten werden. Haben die Tiere Auslauf und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen? Fühlen sich die Tiere wohl oder wirken sie verschreckt und ängstlich?

Kann man Ihnen etwas zur Art der Züchtung sagen? Gerade im gewerblichen Handel kommt es leider vor, dass beispielsweise Kaninchen aus Massenzüchtungen stammen. Die Verkäufer wissen dann weder, woher die Tiere stammen noch können sie genauere Angaben zu den einzelnen Tieren machen, die Vorerkrankungen oder sogar das Geschlecht betreffen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass gewerblichen Händlern eine Erlaubnis vom Veterinäramt vorzeigen können. Abhängig von der Art des Haustieres sind weitere gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. So dürfen Hundewelpen erst ab einem Mindestalter von acht Wochen abgegeben werden, sie müssen zudem geimpft sein. Der Züchter wird Ihnen ein Gesundheitszeugnis ausstellen.

Für Kaninchen gibt es keine Impfpflicht, ein seriöser Fachhandel wird Sie aber zumindest darauf aufmerksam machen, dass bestimmte Impfungen bei Außenhaltung sinnvoll sind. Achten Sie auch hier darauf, ob man Sie sachverständig berät und gegebenenfalls auch mal vom Kauf abrät. Einige Händler verzichten bereits bewusst darauf, Haustiere in der Vorweihnachtszeit zu verkaufen, da viele dieser als „Präsent“ überreichten Tiere später auf der Straße oder im Tierheim landen.

Online lassen sich zumeist auch Bewertungen für stationäre Ladengeschäfte nachlesen. Solche Bewertungen stehen unter dem Vorbehalt, dass sie sich leicht in die eine oder andere Richtung manipulieren lassen. Achten Sie daher nicht nur darauf, wie die Bewertungen formuliert sind. Prüfen Sie auch, wie die Händler auf negative Kritik reagieren.

Kauf über ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation

Tierheime und Tierschutzorganisationen kümmern sich um Tiere, die bereits einen oder mehrere Vorbesitzer hatten, oder um sogenannte Straßenhunde und Katzen. Da diese Organisationen im eigentlichen Sinn keinen Profit erwirtschaften wollen, spricht man hier zumeist nicht von einem Kauf, sondern von einer Adoption.

Auch eine solche Adoption unterliegt gesetzlichen Regulierungen, wie sie oben bereits genannt wurden. Tiere aus dem Tierheim stammen in der Regel aus dem Inland und man ist bemüht, so viele Informationen wie möglich über den Vorbesitzer und die bisherige Haltung einzuholen. Falls Sie Sorge  haben, dass es sich um ein Tier handeln könnte, das aufgrund schlechter Erfahrungen oder Haltung beim Vorbesitzer Verhaltensauffälligkeiten zeigt, sprechen Sie dies ruhig direkt an.

So sehr die Tierheime auch damit kämpfen, finanziell und räumlich an ihre Grenzen zu gelangen – kein Mitarbeiter wird ein Interesse daran haben, ein Tier zu vermitteln, das dann wenige Wochen später zurückgebracht wird, weil der neue Besitzer nicht mit ihm zurechtkam. Im Gegenteil hört man immer wieder Klagen, die Tierheime würden zu wenige Tiere vermitteln, würden Adoptionswillige ablehnen. Bitte verdeutlichen Sie sich, falls Ihnen von der Adoption eines Tieres abgeraten wird, auch in diesem Fall, dass dies nicht aus Misstrauen, sondern aus Sorge und Verantwortungsgefühl geschieht.

Tierheime bieten im Unterschied zu Verkäufern zumeist an, dass Sie das Tier erst einmal kennenlernen, bevor Sie es adoptieren. Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wer weiß, vielleicht entdecken Sie auf diesem Wege auch, dass Ihnen eine dauerhafte ehrenamtliche Mitarbeit im Tierheim ebenfalls gut gefallen würde?

Kauf aus dem Ausland

Über Tierschutzorganisationen werden häufig Tiere aus dem Ausland vermittelt und hier insbesondere die sogenannten Straßenhunde. Wollen Sie einem solchen Tier aus dem Ausland ein neues Zuhause geben, ist es besonders wichtig, dass Sie sich über die Seriosität des Anbieters informieren.

Kaufen Sie keine Hunde oder Katzen während Ihres Urlaubs (im In- oder Ausland) am Straßenrand. Auch dann nicht, wenn Sie mit rührseligen Geschichten überhäuft werden und einer sichtlich gequälten Kreatur gegenüberstehen. So gut Sie es in einem solchen Fall meinen, Sie unterstützen damit in der Regel nur einen illegalen Handel, bei dem es den Verkäufern nicht um das Wohl der Tiere geht, sondern darum, sich an deren Leid zu bereichern.

Tierschutzorganisationen und Tierheime, die einen internationalen Verkauf anbieten, verfügen zumeist über eine Website, auf der Sie sich in Ruhe informieren können, wer da auf welche Weise Tiere zur Adoption anbietet. Möglich ist auch, dass Sie sich für eine Organisation oder einen Verein entscheiden, der seinen Sitz in Deutschland hat und Tiere aus einem bestimmten Land vermittelt.

Um sicherzustellen, dass die Tiere nicht in schlechte Hände geraten, stellen solche Vereine zumeist ein paar Hürden vor die Adoption, beispielsweise dass Sie

  • einer Vorkontrolle bei Ihnen daheim zustimmen.
  • an einer Beratung teilnehmen.
  • einen Schutzvertrag unterschreiben, in dem unter anderem die Haltungsbedingungen geklärt werden.

 

Hunde, die aus dem Ausland adoptiert werden, müssen zudem gechipt und gegen Tollwut geimpft sein, was durch die Vorlage eines Heimtierausweises dokumentiert wird.

Leider kann sich nicht jeder Verein so intensiv um die Vermittlung seiner Schützlinge kümmern, wie wir es hier beschrieben haben. Papiere, Kaufvertrag und der Nachweis bestimmter Impfungen sind aber das Mindeste, nach dem Sie vor einer Adoption aus dem Ausland fragen sollten. Sind Sie unsicher, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt, recherchieren Sie im Internet oder lassen Sie sich von anerkannten Tierschutzorganisationen beraten.

Kauf von Privatleuten

Die meisten privaten Tierverkäufer kümmern sich rührend um ihre Tiere und geben sie nur schweren Herzens her. Doch wie in allen Bereichen gibt es auch hier die berüchtigten Ausnahmen von der Regel. Möchten Sie ein Haustier von einem privaten Anbieter kaufen, empfehlen wir, nach Anbietern in erreichbarer Nähe Ausschau zu halten. So können Sie sich vor dem Kauf selbst einen Eindruck verschaffen,

  • in welchem Zustand die Tiere sind und wie sie gehalten werden.
  • ob es dem Verkäufer wichtig ist, seine Tiere in gute Hände abzugeben oder nicht.
  • ob es sich wirklich um einen privaten Verkauf handelt oder ob hier jemand aus Profitgründen eine private und nicht genehmigte Züchtung betreibt.

 

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ihnen online Tiere zum Kauf angeboten werden, ohne dass Sie konkrete Informationen über den Verkäufer erhalten. Betreibt dieser eine Website, überprüfen Sie deren Impressum. Finden Sie dort lediglich eine Handynummer, sollte Sie dies bereits skeptisch stimmen. Vertrauen Sie Ihrem Gespür und nicht Ihrem verständlichen Wunsch nach einem Haustier. Wirkt das Angebot insgesamt seriös? Werden Sie zu Vorabüberweisungen aufgefordert? Wie erfolgt die Kontaktaufnahme? Können Sie das Tier persönlich abholen oder wie sollen Transport und Übergabe erfolgen?

Gelangen Sie über einen gewerblichen oder privaten Kaufversuch zu der Gewissheit, dass es sich um einen illegalen Handel oder um Tierquälerei  handelt, zögern Sie nicht, dies zu melden. Beides steht in Deutschland unter Strafe und sollte entsprechend auch geahndet werden.

Fazit: Haustiere nicht im „Vorbeigehen“ kaufen

Wir hoffen, dass unser kleiner Kaufberater Sie nun nicht verstört oder zu der Ansicht gebracht hat, dass es unendlich kompliziert wäre, ein Haustier zu kaufen. Bedenken Sie, es handelt sich um ein Lebewesen, dem besonderer Schutz zukommen sollte. So wichtig es daher ist, sich mit der eigenen Motivation, ein Haustier zu kaufen, zu befassen, so bedeutsam ist es auch, keine illegalen Händler oder Tierquälereien zu unterstützen.

Haben Sie Ihren neuen Mitbewohner gefunden, kommen Sie anschließend gern zu uns in die Sprechstunde, damit wir seinen Gesundheitszustand noch einmal checken können. Bei dieser Gelegenheit erhalten Sie dann auch gleich einen Gesundheitspass und einen Impfpass, in den wir die anstehenden Termine für weitere Routineuntersuchungen eintragen. Außerdem werden Erkrankungen und Besonderheiten darin festgehalten, sodass wir Ihr Tier bereits gut kennen und einschätzen können, sollte einmal eine ernsthafte behandlungsbedürftige Verletzung oder Erkrankung vorliegen.