Hund im Büro, Laptop

Hunde im Büro – gut für den Menschen, aber auch gut für den Hund?

Viele gute Argumente sprechen dafür, die Mitnahme von Hunden an ruhigere Arbeitsplätze zu erlauben. Grundsätzlich sollte natürlich Einigkeit unter den Kollegen und Kolleginnen darüber herrschen, dass ein Hund erwünscht ist. Schwierig dürfte dies werden, wenn einer oder mehrere der Beschäftigten an einer Allergie gegen Hundehaare oder auch an einer Canophobie (Angst vor Hunden) leiden. Doch auch Beschäftigte, die selbst keinen Hund halten, sind nicht immer glücklich mit dem Bürohund. Und tatsächlich belegen Studien, dass die positiven Effekte, die ein Hund am Arbeitsplatz auslösen kann . , Vor allem für die Hundebesitzer und Hundenarren selbst ( gilt) . Zu diesen positiven Effekten gehört nachweislich, dass Hunde

  • das Betriebsklima verbessern und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken können.
  • vor Stress und Burn-out schützen, da die Begegnung mit Hunden bei vielen Menschen zu einem Ausstoß an Oxytocin führt, das auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird.
  • ohnehin viel schlafen und daher bei guter Erziehung im Büro nicht stören.

Sofern keine ausgeprägten Allergien, Ängste oder Abneigungen gegen Hunde vorhanden sind, spricht also aus Sicht des Zweibeiners alles für den Hund im Büro. Was aber würde der Hund dazu sagen, könnte er sich äußern? Macht es auch den Vierbeiner glücklich, den Tag mit Herrchen oder Frauchen im Büro zu vollbringen? Die Antwort lautet wie stets in der Tierhaltung: Kommt darauf an. Auf das Tier, die Umstände und den Platz, den der Hund dann in echter wie in übertragener Bedeutung im Büroleben einnimmt.

Was spricht aus Sicht des Hundes für den Aufenthalt im Büro?

Generell ist ein Hund natürlich am besten dort aufgehoben, wo er frei herumtollen oder aber sich seinen Rückzugsort selbst aussuchen kann. Ist der Hund zu Hause regelmäßig nicht für mehr als vier bis sechs Stunden sich selbst überlassen, kann er daran gewöhnt werden, mit dem Alleinsein zurecht zu kommen. Doch sind Hunde eben Rudeltiere, die es bevorzugen, auch ihre Nickerchen in der sicheren Gewissheit zu halten, dass sich vertraute Weggefährten in unmittelbarer Nähe befinden.

Für die Mitnahme des Hundes ins Büro spricht daher wesentlich, dass das Tier sich in Gesellschaft wohler fühlt. Es bekommt Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten, kann auf dem Weg zur Arbeit, in den Pause und auf dem Heimweg ausreichend Gassi gehen und wird oft auch von Kollegen ausgeführt. Je nach Situation im Büro kann der Hund sich dort zudem frei bewegen. Insgesamt verstärkt sich damit die Bindung zum Hundehalter und es bieten sich viele „natürliche“ Situationen, in denen der Hund sein Sozialverhalten trainiert.

Ein weiteres Argument, das häufig für die Mitnahme des Hundes ins Büro vorgetragen wird, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Der Hundehalter, so heißt es dann, könne vor allem bei alten oder kranken Hunden besser kontrollieren, ob und wann diese seine Hilfe benötigen. Für den älteren Hund mag dies zutreffen, für den kranken Hund dagegen nicht. Denn natürlich gehört ein kranker Hund so wenig ins Büro wie ein kranker Mitarbeiter.

Voraussetzungen, damit der Hund sich im Büro wohlfühlt

Damit Mensch und Tier von der Erlaubnis profitieren, den Hund mit ins Büro zu nehmen, müssen einige wichtige Bedingungen gegeben sein. Diese betreffen

  • die Persönlichkeit von Hund und Halter,
  • die Rahmenbedingungen (Gewöhnung, Liegeplatz, Futter, Gassigehen)
  • die Haltung der Kollegen gegenüber dem Tier,
  • klare Absprachen, wer bei Schäden haftet.

Persönlichkeit von Hund und Halter

Grundsätzlich sollten Hunde nur mit ins Büro, wenn sie einen ruhigen und sanften Charakter haben. Was bedeutet: Vor der Mitnahme an den Arbeitsplatz steht die sorgfältige Erziehung des Hundes. Der Hund darf also nicht durch übermäßiges Kläffen stören, muss stubenrein sein und darf das Büro nicht als Revier auffassen, dass es zu verteidigen gilt. Darüber hinaus muss er darauf vorbereitet werden, wie er auf das Eintreten von Fremden reagiert. Dabei wird er sich wesentlich auch immer an seinem Besitzer, also Rudelführer, orientieren. Nehmen Sie Ihren Hund daher nur mit ins Büro, wenn Sie es sich zutrauen, ihn entsprechend zu erziehen.

Manche Hundebesitzer beginnen im eigenen Urlaub damit, den Hund an den Aufenthalt im Büro zu gewöhnen – so lässt sich in dieser Zeit der Ruheplatz einrichten und der Hund kann zunächst für einen begrenzten Zeitraum mit den neuen Gerüchen, Geräuschen und „Kollegen“ vertraut machen. Darüber hinaus lernt er schon die ersten Regeln kennen – dazu gehört, dass das Knabbern am Mobiliar ebenso verboten ist wie das Zerren an Kabeln und Steckern.

Geeignete Rahmenbedingungen schaffen

Damit Ihr Hund sich im Büro wohl fühlt, benötigt er einen Rückzugsort, den Sie nach ähnlichen Aspekten auswählen sollten, wie den Schlaf- und Ruheplatz Ihres Tieres daheim. Direktes Sonnenlicht, zu viel Heizungswärme sind ebenso tabu, wie ein Ort , an dem  viel Durchgangsverkehr herrscht oder  an dem der Hund) ständig Zugluft ausgesetzt ist . Häufig wird als bester Ort der Platz unter dem Schreibtisch gewählt. Denken Sie zudem daran, dass Ihr Hund Futter und frisches Wasser benötigt – lassen sich die Näpfe am Ruheplatz aufstellen?

Idealerweise darf der Hund sich im Büro frei bewegen und auch mal an den Nachbarschreibtischen vorbeischauen. Möglich ist dies natürlich nur, wenn

  • alle Kollegen zugestimmt haben;
  • kein Publikumsverkehr zu erwarten ist, denn es könnten immer Menschen mit einer Allergie oder Canophobie darunter sein;
  • im Büro keine einschränkenden Hygienevorschriften eingehalten werden müssen und der Hund dort nicht mit giftigen Substanzen in Kontakt geraten kann.

Am leichtesten wird es Ihrem Hund fallen, sich im Büro mit wenig Ablenkung zu begnügen, wenn Sie vor, während (in der Mittagspause) und nach der Arbeit eine große Runde mit ihm drehen, dabei kann  er angemessen laufen, spielen und sich austoben. Denken Sie dennoch daran, auch fürs Büro Spielzeug anzuschaffen, mit dem er sich beschäftigen kann.

 

Sind mehrere Hunde im Büro, müssen diese natürlich aneinander gewöhnt werden. Dies gelingt besonders gut, wenn die Hunde auch außerhalb des Büros des Öfteren gemeinsam in den nächsten Park oder auf die Hundespielwiese geführt werden. Gerade, wenn mehrere Hunde im Büro sind, gilt allerdings auch: Kranke Hunde müssen ebenso, wie läufige Hündinnen zu Hause bleiben.

Kolleginnen und Kollegen einbeziehen

Darf Ihr Hund mit ins Büro, bedeutet dies auch, dass er dort mit ihren Kollegen in Kontakt kommt. Gibt es Skeptiker, die nur zähneknirschend zugestimmt haben? Dann versuchen Sie schon in der Eingewöhnungszeit behutsam den Kontakt herzustellen. Gerade Menschen, die selbst nie einen Hund hatten, reagieren oft erstaunlich erfreut, wenn sich herausstellt, was für ein liebes und treues Lebewesen da auf sie zukommt. Drängen Sie diesen Kontakt aber niemandem auf und reagieren Sie auf Ängste und Befürchtungen sensibel. Erleichtern Sie es ängstlichen Kollegen, mit Ihrem Hund Kontakt aufzunehmen, indem Sie ihn anfangs anleinen (zum Beispiel an einem Tischbein). Bei einer wirklichen Canophobie wird dies allerdings nicht helfen.

Achten Sie umgekehrt darauf, dass der Hund nicht zu viel Aufmerksamkeit bekommt und nicht ständig verhätschelt oder gar mit Leckerlis verwöhnt wird. Er darf keineswegs den Eindruck erhalten, dass sich nun alle nur um ihn und seine Bedürfnisse kümmern. Stattdessen muss er es aushalten können, dass er mal eine Weile ignoriert wird.

Wer haftet für Schäden?

Bleibt die Frage, was passiert, wenn Ihr Hund im Büro einen Schaden anrichtet , also Beispielsweise einen Kollegen beißt oder den Teppich verunreinigt. Grundsätzlich sind Sie als Hundehalter dafür verantwortlich, weshalb sich der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung empfiehlt.  Hat es den Kollegen während der Arbeitszeit getroffen, kann zwar auch die Unfallversicherung zum Ausgleich des Schadens verpflichtet sein. Denken Sie aber bitte daran, dass es mit einem rein finanziellen Ausgleich nicht getan ist. Schlimmstenfalls ist das Verhältnis zwischen Ihnen und dem Kollegen dauerhaft gestört. Und natürlich kann Ihr Arbeitgeber seine Erlaubnis, den Hund mit ins Büro zu nehmen, in begründeten Fällen jederzeit widerrufen.

Fazit: Wann ist es gut, den Hund mit ins Büro zu nehmen?

Für Ihren Hund ist es besser, Sie ins Büro zu begleiten, wenn er sehr ängstlich oder sehr auf Sie fixiert ist und ansonsten stundenlang allein zu Hause ausharren müsste. Dies gilt allerdings nur, wenn

  • Kollegen und Vorgesetzte einverstanden sind;
  • der Hund entsprechend erzogen ist und
  • Sie die Rahmenbedingungen so gestalten können, dass er sich wohlfühlt.

Denken Sie aber daran: Auch für einen gut erzogenen Bürohund benötigen Sie hin und wieder eine vertraute Person, die mit ihm Gassi gehen oder ihn versorgen kann . – Beispielsweise, wenn Sie selbst krank sind oder wenn Ihr Tier mal nicht mit ins Büro kann. Überlegen Sie daher vor der Anschaffung eines Haustieres immer, wer diese Aufgaben im Notfall übernehmen könnte.  Sollte Ihr Tier ernsthaft erkranken und professioneller Hilfe und Pflege bedürfen, sprechen Sie in unserer Tierarztpraxis vor – gegebenenfalls ermöglichen wir auch eine sofortige Einweisung in unsere Tagesklinik für Ihren Hund.