Hunde richtig scheren

Hunde richtig scheren

Den eigenen Hund zu scheren, davor schrecken viele Hundebesitzer zurück. Tatsächlich gehört ein wenig Geschick, gutes Werkzeug und eine ruhige Hand dazu, um diese Aufgabe zu bewältigen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und kennen Sie Ihr Tier bereits gut genug, um zu bemerken, ob es während des Scherens nervös wird, dürfen Sie sich aber ruhig selbst ans Werk machen. Immer wieder hören wir von Hundebesitzern, dass es ihnen sogar Freude macht, den Hund selbst zu scheren, weil es zu einer tieferen Bindung zwischen Mensch und Tier beiträgt.

Vorbereitungen für das Scheren des Hundes

Für das Scheren benötigen Sie eine hochwertige Schermaschine, die vorab frisch geölt werden sollte, und eine einfache Haarschneideschere. Legen Sie außerdem die Zeckenzange und eine Bürste bereit.

Suchen Sie einen ruhigen Platz aus, an dem sich Ihr Hund wohlfühlt und den Sie anschließend leicht reinigen können. Verwenden Sie ein Schergerät mit Kabel, benötigen Sie außerdem eine Steckdose in unmittelbarer Nähe.

Streicheln und bürsten Sie Ihren Hund und prüfen Sie dabei, ob sich im Fell bereits starke Verfilzungen befinden, ob sich irgendwo Zecken festgebissen haben oder ob Wunden oder Verdickungen vorhanden sind.

Starke Verfilzungen sollten Sie nicht mit der Schermaschine bearbeiten, sondern vorsichtig mit der Haarschneideschere entfernen. Außerdem sollte das Fell sauber sein, Zecken müssen natürlich vor dem Scheren entfernt werden.

Den Aufsatz für die Schermaschine wählen Sie nach der Länge, die das Fell nach der Schur noch haben soll. Trägt der Aufsatz die Millimeterangabe „4mm“ bedeutet dies also, dass das Fell auf 4 mm eingekürzt wird und nicht, dass lediglich 4 mm abgeschoren werden. Hat die Schermaschine keine Aufsätze, wird die Länge am Gerät selbst eingestellt.

Bevor Sie das Schermesser ansetzen, gönnen Sie Ihrem Hund einen Moment, sich an das Geräusch des eingeschalteten Gerätes zu gewöhnen. Haben Sie sich für eine hochwertige Schermaschine entschieden, dürfte das Geräusch dem Tier kaum Furcht einflößen, dennoch kann jeder neue Eindruck, der zu überraschend kommt, für Ihren Hund einen Schreckmoment beinhalten.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie das Fell nicht zu kurz schneiden und keine nackten Hautstellen entstehen. Dies ist für Hunde mit hellem Fell, die Sie im Sommer scheren, besonders wichtig, da Sonnenbrandgefahr besteht.

Während der Schur: Den Kontakt zum Tier halten

Ob Sie die Schur mit oder gegen den Strich vornehmen sollten, dazu wird Ihnen jeder Hundebesitzer seine ganz persönlichen Erfahrungen schildern. Scheren Sie Ihren Hund zum ersten Mal, versuchen Sie das Fell mit dem Strich zu scheren. Erweist sich dies als zu schwierig oder wird Ihr Hund nervös, fahren Sie gegen den Strich fort.

Ob Sie Ihren Hund knieend am Boden scheren oder ob Sie ihn auf einem Tisch Platz nehmen lassen, hängt von Ihrer Beweglichkeit ab. Entscheiden Sie sich für die Tischvariante und scheren Sie Ihren Hund zum ersten Mal, kann es ratsam sein, eine zweite Person um Hilfe zu bitten.

Den eigentlichen Schervorgang beginnen Sie am besten am Rücken, indem Sie sich von der Mitte aus nach außen vorarbeiten. Erst die eine, dann die andere Seite. Viele Hundebesitzer scheren aber auch längs, also vom Schwanz in Richtung Kopf, wieder andere beginnen an den Schultern.

Führen Sie das Schergerät nicht in langen Linien, sondern scheren Sie immer nur kleine Stellen und schütteln Sie das geschorene Fell mit ruhiger Hand ab, damit es nicht auf dem Hund liegen bleibt und Sie nicht mehr genau erkennen, wo Sie bereits geschoren haben und wo noch nicht.

Wichtiger als die Frage, wo Sie beginnen, ist übrigens in jedem Fall, dass Sie den Kontakt zum Hund nicht verlieren. Haben Sie den Eindruck, dass ihm das Scheren sehr zusetzt, knurrt er oder winselt, brechen Sie das Scheren erst einmal ab und beenden es zu einem späteren Zeitpunkt. Für die meisten Hunde, für die eine Schur sinnvoll ist, stellt das Scheren aber keinen bedrohlichen Akt dar, wenn Sie ihnen Zeit geben, mit der Situation vertraut zu werden.

Nach der Schur: Belohnung, Feinarbeit und Bad

Ist die Arbeit mit der Schermaschine getan, hat Ihr Hund sich eine kleine Belohnung verdient – ein Leckerli kann jetzt gewiss nicht schaden. Anschließend nehmen Sie noch die Haarschneideschere zur Hand und entfernen das Fell an Stellen, die Sie mit der Schermaschine nicht erreichen konnten oder die Sie vielleicht übersehen haben. Kürzen Sie im Winter auch das Fell an den Pfoten, wenn die Gefahr besteht, dass sich dort sonst Eis oder Streusalz festsetzen könnten.

Ein Bad ist nach dem Scheren zwar kein Muss, erspart es Ihnen aber, dass Sie noch tagelang damit beschäftigt sind, Hundehaare vom Teppich oder Sofa zu entfernen.

Wichtig ist beim waschen auf ein pH freudliches und rückfettendes Shampoo für Hunde zurück zu greifen.

Soll man Hunde überhaupt scheren?

Grundsätzlich müssen Sie Hunde nicht scheren, es sei denn, sie haben ein weiches, beständig nachwachsendes Fell. Manche Hunderassen sollten Sie nicht scheren – um den natürlichen Schutz, den das Fell bietet, nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Frage, ob man Hunde scheren soll oder nicht, wann dies am besten geschieht und wie hat zuweilen etwas von einem Glaubenskampf. ( Grundsätzlich müssen Sie Hunde nicht scheren, es sei denn, sie haben ein weiches, beständig nachwachsendes Fell. Manche Hunderassen sollten Sie nicht scheren – um den natürlichen Schutz, den das Fell bietet, nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. )

Es kann aber auch Gründe oder Situationen geben, in denen es Ihrem Hund guttut, dass Sie ihn sanft scheren. Wichtig zu begreifen ist: Ob Sie Ihren Hund selbst scheren oder dies einem Hundefriseur überlassen: Es geht nicht um eine stylische Frisur, sondern um das Wohlbefinden Ihres Hundes.

Haben Sie hierzu Fragen oder möchten Sie unseren persönlichen Rat, vereinbaren Sie für sich und Ihr Tier einfach einen Termin in unserer Sprechstunde.