Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch

Ist meine Katze krank – Hinweise und Tipps

Auffälligkeiten im Verhalten und körperliche Symptome richtig deuten

„Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch“ – lautet eine bekannte Redensart. Leider gibt es aber diese Tage, an denen die Katze plötzlich auffällige Verhaltensänderungen oder Krankheitssymptome zeigt. Woran erkennen Sie, ob Ihre Katze krank ist? Was bedeutet es, wenn Ihr Haustier sich plötzlich zurückzieht, nicht mehr frisst, Durchfall hat oder mitleiderregend miaut?

Eine Online-Diagnose aufgrund einiger Symptome, so viel sei vorweggenommen, ist in der Regel nicht möglich. Im Folgenden haben wir Ihnen aber in einem Überblick zusammengestellt, wann Sie genauer hinschauen und gegebenenfalls einen Tierarzt aufsuchen sollten. So erfahren Sie,

  • welche Verhaltensänderungen und Verhaltensauffälligkeiten auf eine Erkrankung deuten;
  • welche körperlichen Symptome eine Störung oder Krankheit begleiten können und
  • wie Sie ein Gespür dafür bekommen, ob Ihre Katze gesund oder krank ist.

 

Bitte beachten Sie aber: Katzen sind nicht nur für Ihre Eigenwilligkeit bekannt, sie reagieren wie wir Menschen auch sehr unterschiedlich auf Schmerzen oder Fieber. Viele Tiere neigen dazu, sich bei einer Erkrankung zurückzuziehen oder sich zu verhalten, als wären sie gesund. Der Grund dafür ist, dass kranke und verletzte Tiere in der freien Wildbahn leicht Freiwild werden. Sie versuchen daher, die Erkrankung zu verbergen.

Haben Sie also das Gefühl, dass mit Ihrer Katze etwas nicht stimmt, können aber keinen ersichtlichen Grund dafür finden, scheuen Sie sich nicht, unsere Praxis aufzusuchen. Wir sind froh, wenn wir Ihnen und Ihrem Tier helfen können, ganz gleich, ob es sich um eine leichte, vorübergehende Störung oder um eine ernsthafte Erkrankung handelt.

 

1. Veränderungen im Verhalten erkennen

Eine gesunde Katze spielt, schläft, frisst, fühlt sich warm an und hat ein weiches, glänzendes Fell. Sie bewegt sich geschmeidig, und geht ihrem ausgeprägten Reinlichkeitssinn nach – täglich wird das Fell geputzt, Ohren, Nase und Augen sind klar, trocken und sauber. Aber auch gesunde Katzen zeigen manchmal Symptome, die ihren Besitzer aufhorchen lassen: Erbrechen, Rückzug, vermehrtes Schlafbedürfnis, überhitzte Ohren, kleine Verletzungen oder Wunden an Fell und Haut.

Nicht immer steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Und eine kleine Wunde oder vorübergehend heiße Ohren können auch darauf deuten, dass sie gerade eine Begegnung mit einer anderen Katze hatte, bei der es etwas hitzig zuging.

Typische Verhaltensänderungen wie beispielsweise ein wiederholtes Erbrechen und Verweigerung der Nahrungsaufnahme oder ein beständiger Rückzug deuten dagegen auf eine Erkrankung. Im Folgenden erläutern wir Ihnen, woraus Sie im täglichen Umgang mit Ihrer Katze achten sollten.

 

Verhältnis von Schlaf und Aktivität

Katzen scheinen entweder hellwach zu sein oder zu schlafen. Nur selten stellt man einen Zwischenzustand fest, beispielsweise, wenn sie sich genüsslich in der Sonne räkeln oder schnurrend auf dem Schoß liegen.

Neugeborene Katzen sind nur 2 bis 4 Stunden am Tag wach, ausgewachsene Katzen verschlafen etwa 12 bis 16 Stunden des Tages – oder der Nacht, je nachdem, ob es sich um Wohnungskatzen oder um Freigänger handelt. An sehr heißen Tagen brauchen Katzen mehr Ruhe, ist es kalt und regnerisch, verhalten sie sich wie manch Zweibeiner auch und ziehen im übertragenen Sinn die Decke über den Kopf.

Ändert sich das Schlafverhalten Ihrer Katze, ohne dass ein äußerlich erkennbarer Grund vorliegt, ist dies ein Anzeichen dafür, dass sie einen vermehrten Ruhebedarf hat. Was wiederum bedeutet: Mit der Katze stimmt etwas nicht und Sie sollten versuchen, herauszufinden, warum sie so viel oder so wenig schläft. Prüfen Sie in diesem Fall

  • ob die Katze weitere Verhaltensbesonderheiten zeigt (essen, trinken, Ausscheidung, Aggressivität oder im Gegenteil plötzliches übermäßiges Verlangen nach Zuwendung);
  • ob sich körperliche Symptome an Augen, Nase, Fell usw. feststellen lassen, die den Verdacht erhärten, dass Ihr Haustier tierärztliche Betreuung benötigt (siehe Abschnitt 2).

 

Hält die scheinbar grundlose Verhaltensänderung an, ist es Zeit, dass Sie mit Ihrer Katze einen Termin in unserer Praxis vereinbaren, damit wir sie genauer untersuchen können. Möglicherweise sind innere Erkrankungen, ein Parasitenbefall oder eine Gelenkerkrankung für die Verhaltensänderung verantwortlich.

 

Nahrungsaufnahme und Ausscheidung

Eine gesunde und regelmäßig wie ausgewogen ernährte Katze zeigt im Fressverhalten keinerlei Auffälligkeiten. Hat Ihre Katze anhaltend einen übertriebenen Appetit oder verweigert sie das Fressen ganz, deutet dies auf eine Störung, die entweder im Fressverhalten selbst oder in einer Krankheit begründet ist.

Auffälligkeiten im Fressverhalten

Ein dauerhaft vermehrter Appetit kann auf eine Erkrankung verweisen. Insbesondere, wenn die Katze viel frisst und trotzdem an Gewicht verliert, sollten Sie sofort einen Termin mit uns vereinbaren, da dies häufig ein Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion ist. Weitere Symptome, die diese Erkrankung begleiten sind

  • vermehrter Durst,
  • nervöses Verhalten,
  • Durchfall,
  • Nachlassen des Reinlichkeitstriebes,
  • Erbrechen,
  • Apathie und Schwächeanfälle.

 

Verweigert die Katze das Fressen, kann es sein, dass sie andernorts eine Futterquelle aufgetan hat. Vielleicht mögen die Kinder aus der Nachbarschaft Ihre Katze ebenfalls gern und locken sie mit allerlei Leckerlis. Schnell handeln sollten Sie, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre das Futter verweigernde Katze unter Schmerzen oder anderen Symptomen leidet, wie beispielsweise

  • Übelkeit,
  • übertriebener Durst,
  • vermehrter Harnabsatz,
  • Orientierungsschwierigkeiten,
  • veränderte Körperhaltung.

 

Auffälligkeiten im Trinkverhalten

Neben dem Fressverhalten gibtdas Trinkverhalten Aufschluss darüber, wie sich Ihre Katze fühlt. Ob Ihre Katze ein Viel- oder Wenigtrinker ist, hängt unter anderem davon ab, welches Futter sie erhält. Ist das Futter feucht, braucht sie weniger Flüssigkeit, ist es trocken, benötigt sie mehr. Haben Sie an der Fütterungsart nichts verändert und weicht die Katze dennoch auffällig von ihrem bisherigen Trinkverhalten ab, deutet dies auf Erkrankungen wie beispielsweise

  • Schilddrüsenüberfunktion,
  • Diabetes,
  • Infektionen,
  • Chronische Niereninsuffizienz

 

Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr müssen Sie in jedem Fall achten, wenn Ihre Katze sich erbrochen hat. Lassen Sie das Futter dann erst einmal weg und reichen Sie frisches Wasser. Kommt das Erbrechen häufiger als zweimal wöchentlich vor oder verweigert die Katze auch das Trinken und erholt sie sich von einem Brechanfall nicht binnen einer Stunde, ist es ratsam, einen Besuch in unserer Praxis einzuplanen.

 

Katzenkot und Katzennot

Erbrochenes und Kot findet niemand gern auf dem heimischen Teppich – und da Katzen selbst eher reinliche Tiere sind, ist es schon ein Anzeichen für eine Störung, wenn Sie häufiger mit diesem unschönen Anblick konfrontiert werden. Ganz vermeiden lässt es sich aber nicht. Ihre Aufmerksamkeit erhöhen sollten Sie, wenn Ihre Katze Durchfall hat, übermäßig viel und häufig uriniert oder wenn eine bisher stubenreine Katze sich plötzlich neue Plätze sucht, um ihr „Geschäft“ zu erledigen.

Viele Katzenbesitzer neigen dann dazu, darin ein „Protestverhalten“ zu vermuten. Tatsächlich kann dies der Fall sein – so können Katzen beispielsweise eifersüchtig reagieren, wenn sie ein menschliches „Geschwisterchen“ erhalten, das die ganze Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Doch ist ein solches Protestieren seltener als man annimmt. Stattdessen kann es sein, dass Ihre Katze – und hier vor allem die Kater – unter ernst zu nehmenden Harnwegproblemen leidet, was bedeutet: Sie oder er will, kann aber nicht urinieren und versucht es daher auch außerhalb des Katzenklos immer mal wieder. Harnwegerkrankungen wie FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease) bereiten Ihrer Katze nicht allein Schmerzen, sie können tödlich enden. Nehmen Sie Anzeichen wie

  • Absatz kleiner Harnmengen
  • Schmerzen beim Harnabsatz
  • Ständiges Pressen auf Harn ohne Urinabgang
  • Zunehmende Verschlechterung des Allgemeinzustandes

daher nicht auf die leichte Schulter.

 

2. Veränderungen an Körper und Sinnesorganen prüfen

Lassen Sie es sich  zur Gewohnheit werden, dass Sie einmal täglich während des Spiels oder Schmusens die Gesundheit Ihrer Katze auf Herz und Nieren prüfen.

 

Augen und Augenumgebung

Je besser ein Sinnesorgan ausgebildet ist, desto verletzlicher ist es. Dies gilt auch für die Augen der Katze, die dem menschlichen Sehorgan vor allem nachts überlegen sind. Schauen Sie Ihrer Katze daher nicht nur tief in die Augen, überprüfen Sie auch die Umgebung des Auges.

  • Ist der Blick klar oder verschleiert?
  • Entdecken Sie einen Ausfluss oder zu viel Tränenflüssigkeit?
  • Sind die Pupillen verengt oder übermäßig erweitert?
  • Wirken die Pupillen starr?
  • Sind Kratzer oder andere Verletzungen in der Augenumgebung zu bemerken?

Stellen Sie Probleme fest oder finden Sie Wunden, die nicht rasch selbst verheilen, suchen Sie bitte unsere Praxis auf.

 

Fell und Haut

Für die Fellpflege sorgt die Katze täglich selbst – unterstützen Sie sie dennoch dabei, indem Sie das Fell einmal täglich bürsten. So lässt sich auch vermeiden, dass Ihre Katze allzu viele Haare schluckt, was ein Auslöser für Erbrechen sein kann.

Vermehrte Achtsamkeit ist erforderlich, wenn das Katzenfell

  • ungepflegt, filzig und stumpf erscheint;
  • ohne ersichtlichen Grund vermehrt ausfällt, sodass kahle Stellen auftreten.

 

Entdecken Sie schuppig weiße, runde und kahle Stellen, deutet dies zumeist auf einen Hautpilz hin. Bringen Sie Ihre Katze dann unverzüglich zu uns in die Praxis – und vermeiden Sie, die Stellen zu berühren, da der Pilz auch für Menschen ansteckend ist.

Beim Bürsten der Katze sollten Sie nicht nur loses Fehllhaar vorsichtig entfernen, prüfen Sie auch, ob sich irgendwo Parasiten, Zecken, Knoten oder Wunden befinden.

 

Flohkamm verwenden

Häufiges Kratzen kann  auf ungebetene Gäste, nämlich Katzenflöhe hinweisen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Katze Flöhe beherbergt, nehmen Sie statt der weichen Bürste einen Flohkamm zu Hilfe, um nach den Winzlingen zu suchen. Diese finden Sie bevorzugt im Halsbereich und am Schwanz. Typisch ist das Auskämmen des schwarz-krümeligen Flohkotes.

 

Hautfaltentest

An der Haut schließlich können Sie erkennen, ob Ihre Katze ausreichend trinkt – was insbesondere während oder nach einer Krankheit mit Erbrechen wichtig ist. Nehmen Sie vorsichtig ein Stückchen Haut zwischen zwei Finger, ziehen Sie diese leicht nach oben und lassen Sie dann los. Die Haut sollte sich sofort wieder glätten. Ist dies nicht der Fall, kann es daran liegen, dass die Katze unter Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) leidet.

 

Zähne und Maul

Neben der Hautbeschaffenheit kann eine trockene und verkrustete Nase darauf hindeuten, dass Ihre Katze an Flüssigkeitsmangel leidet. Und wenn wir schon bei der Nase sind, schauen wir gleich noch mal nach den Zähnen und dem Katzenmäulchen. Liegen Erkrankungen vor, zeigen sich am GebissSymptome wie

  • Verblassen des Zahnfleischs,
  • Entzündungen
  • Zahnstein und Zahnveränderungen, einschliesslich abgebrochener Zähne

 

Fieber messen

Junge Katzen können auf den Zahnwechsel wie Menschenkinder mit einem leichten Anstieg der Körpertemperatur reagieren. Die normale Körpertemperatur einer Katze liegt zwischen 38° und 39°. Um Ihre Katze an das Fiebermessen zu gewöhnen und um festzustellen, wie ihre Temperatur im gesunden Zustand ist, können Sie das Messsen ruhig einmal ausprobieren, bevor Sie Anlass zur Sorge haben. Verwenden Sie hierfür am besten ein digitales Express-Thermometer, um die Messzeit zu verkürzen.

 

Ohren

Während der Fellpflege können Sie die Ohren und den umliegenden Bereich zudem auf weitere Auffälligkeiten und insbesondere auf brauen Ausfluss hin überprüfen. Dieser deutet auf einen Befall mit Ohrmilben, was ebenfalls flugs behandelt werden sollte.

 

Atmung

Gesunde Katzen atmen etwa 30 Mal pro Minute – also alle 2 Sekunden. Liegt eine Katze entspannt, kann sich die Atmung weiter verlangsamen. Stellen Sie bei Ihrer Katze eine auffällig rasche Atmung fest, ohne dass sie sich zuvor verausgabt hat, ist es wichtig, genauer hinzuschauen. Gleiches gilt, wenn die Atmung merkwürdig flach wirkt oder wenn die Katze mit offenem Maul atmet. Oft sind Schmerzen oder Erkrankungen von Herz und Lunge verantwortlich.

Einen weiteren Hinweis auf eine Erkrankung erhalten Sie, wenn Sie an Ihrer Katze einen übel riechenden Atem feststellen. Liegt es nicht am Futter, so kann dies auf Zahnerkrankungen und Infektionen deuten.

 

Statur und Körperhaltung

Nicht täglich, aber doch einmal wöchentlich sollten Sie Ihre Katze zudem auf eine Waage locken. Zwar werden Sie als aufmerksamer Halter es auch so mitbekommen, wenn Ihre Katze plötzlich üppige Rundungen oder einen starken Gewichtsverlust aufweist.  Aber wie das Thermometer beim Fiebertest sorgt die Waage hier für präzise Daten. Ein plötzlicher Gewichtsverlust ist immer ein Grund zur Sorge und zu vermehrter Aufmerksamkeit.

Gerade bei sehr ernsten Erkrankungen kann es jedoch vorkommen, dass sich die Statur Ihrer Katze auffällig verändert, ohne dass sie an Gewicht verliert. Bitte zögern Sie in solchen Fällen nicht, rasch einen Termin zu vereinbaren, insbesondere wenn

  • die Katze im Rippenbereich abnimmt; der Bauch aber weiter rund aussieht
  • sich die Statur oder die Körperhaltung des Tieres auffällig verändert;
  • sie verwirrt, in ihren Bewegungen gestört oder beeinträchtigt erscheint.

 

3. Tägliche Pflege und Aufmerksamkeit sind die beste Prävention

Tägliche Pflege, das Spielen und Liebkosen werden Ihnen als Katzenhalter ohnehin selbstverständlich erscheinen – auch wenn Ihre Katze manchmal andere Pläne hat. Planen Sie eine halbe Stunde am Tag fest ein, in der Sie sich mit Ihrer Katze intensiv beschäftigen. Haben Sie Zeit und Freude daran, können Sie auch ein Katzentagebuch führen, in das Sie Fotos einkleben und in dem Sie wichtige Informationen wie in einem Steckbrief festhalten. All dies führt dazu, dass Sie ein inniges Verhältnis zu Ihrer Katze aufbauen und rasch erkennen, wann sie sich auffällig verhält.

Haben Sie den Verdacht oder die Gewissheit, dass Ihre Katze an einer Krankheit leidet, vereinbaren Sie umgehend einen Termin in unserer Praxis.

Bitte bringen Sie zur Untersuchung alles mit, was uns hilft, rasch eine Diagnose zu stellen und versuchen Sie, uns wichtig Informationen ruhig und präzise zu schildern. Welche Symptome zeigt das Tier? Seit wann? Wurde irgendetwas in seiner Umgebung verändert oder gab es eine Umstellung, zum Beispiel beim Futter?Haben Sie bereits Fieber gemessen? Hat sie längere Zeit nichts getrunken?

Hat Ihre Katze Durchfall oder zeigen sich andere Auffälligkeiten am Kot, entnehmen Sie nach Möglichkeit eine kleine Probe, die Sie ebenfalls mit in die Praxis bringen.

Und wenn Sie keine klaren Anhaltspunkte benennen können? Seien Sie gewiss: Wir werden alles tun, um im Gespräch und in einer behutsamen wie kompetenten Untersuchung herauszufinden, ob und was Ihrer Katze fehlt.