Zuchtuntersuchungen als Leistung Ihrer Tierklinik Veteria

Was sind Zuchtuntersuchungen?

Zuchtuntersuchungen werden auch als Zuchttauglichkeitsprüfungen bezeichnet. Wie der Name vermuten lässt, werden die Untersuchungen an Tieren durchgeführt, die für die Zucht vorgesehen sind. Die Untersuchung dient zum einem dem Wohl der Tiere, denn sie hilft, genetische oder andere mögliche Schäden durch Züchtung zu erkennen und/oder zu vermeiden. Sie soll zum anderen Qualität in der Züchtung garantieren, was Mensch und Tier zugutekommt. In unserer Tierklinik führen wir Zuchtuntersuchungen an Hunden und Katzen durch.

Wie verläuft eine Zuchtuntersuchung?

Der genaue Verlauf einer Zuchtuntersuchung ist abhängig davon, welche Organe oder gesundheitlichen Merkmale untersucht werden. Die Hunderasse und die Vorgaben des Zuchtverbandes entscheiden darüber, welche Untersuchungen von besonderer Wichtigkeit sind. Grundsätzlich ist es das Ziel der Zuchtuntersuchung, gesundheitliche Mängel, die gegen den Einsatz in der Zucht sprechen, auszuschließen. Hierfür werden vor allem zwei Arten der Untersuchung genutzt:

 

  1. Die manuelle Untersuchung

In unserer Tierklinik prüfen wir zunächst, ob sich äußerliche Merkmale feststellen lassen, die auf eine Erkrankung oder einen Erbfehler hindeuten. Augen und Gebiss Ihres Tieres geben hierüber ebenso Aufschluss wie Knochen und Muskulatur.

 

  1. Röntgenuntersuchungen und andere bildgebende Verfahren

Als Fachtierarztzentrum mit angeschlossener Tagesklinik verfügen wir über die Erfahrung und über die erforderliche Ausstattung, mit der sich Erbkrankheiten und genetische Defekte feststellen lassen. Üblicherweise werden vor der Züchtung Untersuchungen der Hüftgelenke, der Augen, des Herzens und der Harnleiterwege durchgeführt.

Kardiologische Zuchtuntersuchungen von Hunden und Katzen

Zuchtuntersuchungen an Hunden

Herzerkrankungen von Hunden überprüfen wir im Rahmen der Zuchtuntersuchung nach den Richtlinien des Collegium Cardiologicum e.V. Die erforderliche Zulassung liegt uns selbstverständlich vor.

Für verschiedene Hunderassen sind die Untersuchungen vor einem Zuchteinsatz verpflichtend. Hierzu gehören beispielsweise Doggen und Bulldoggen, Wolfshunde, Boxer, Neufundländer und Afghanen. Für weitere Hunderassen wird eine freiwillige Untersuchung empfohlen. Im Rahmen der kardiologischen Untersuchung prüfen wir, ob Erbkrankheiten vorliegen, die gegen eine Züchtung sprechen. Hierfür nutzen wir

 

  • manuelle Verfahren,
  • Ultraschallgeräte,
  • Tissue-Dopplerverfahren,
  • Elektrokardiogramme.

 

Zuchtuntersuchungen an Katzen

Katzen sollten vor der Züchtung grundsätzlich kardiologisch untersucht werden. Insbesondere muss der Verdacht aufhypertrophe Kardiomyopathie ausgeschlossen werden, da diese Herzerkrankung bei Rassekatzen besonders häufig auftritt. In unseren Zuchtuntersuchungen an Katzen halten wir uns streng an die Richtlinien der PAW-Peds. Selbstverständlich sind wir auch für die Zuchtuntersuchungen an Katzen zertifiziert. Die Untersuchung erfolgt mithilfe

 

  • manueller Verfahren,
  • Ultraschallverfahren und
  • Dopplerverfahren.

Zuchtuntersuchungen auf Harnleiterektopie

Zu den Standarduntersuchungen bei Rassehunden gehört die Zuchtuntersuchung auf  „Ektope Ureteren“. Ureter ist die lateinische Bezeichnung für Harnleiter. Von einer Ureterektopie spricht man, wenn eine typische Harnleiterfehlbildung vorliegt, die dazu führt, dass der Urin nicht in der Harnblase gespeichert wird, sondern in anderen Organen oder Körperteilen wie beispielsweise in der Gebärmutter oder in der Prostata. Die Folge dieser häufig bei Rassehunden anzutreffenden Erbkrankheit ist, dass der Urin nicht über die Harnblase ausgeschieden wird. Der gestörte Harnabfluss führt zu leichten oder schwerwiegenden Erkrankungen bis hin zum Nierenversagen.

Für die Untersuchung auf Ektope Ureteren eignet sich die Untersuchung mit Röntgengeräten oder mit Ultraschallgeräten. Vor der Untersuchung wird dem Hund ein Kontrastmittel beziehungsweise ein harntreibendes Mittel gespritzt. Der Weg, den die Flüssigkeit nimmt, kann anschließend auf den Röntgenbildern oder am Ultraschallgerät nachvollzogen werden, sodass eine krankhafte Abweichung sichtbar wird.

Zuchtuntersuchungen an den Gelenken (HD,ED, Patellaluxation)

Im Rahmen der Zuchtuntersuchung an Hunden werden insbesondere die Hüftgelenke, die Ellenbogengelenke und die Kniegelenke auf Fehlbildungen (Dysplasien) hin geprüft.

 

Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogengelenksdysplasie (ED)

Leidet ein Hund an einer unentdeckten HD oder ED, führt das im Laufe seines Lebens fast immer zu einer Gelenkarthrose. Die Fehlbildung kommt vor allem bei größeren Hunderassen vor. Ihre Untersuchung ist durch die Züchterverbände vorgeschrieben, die dann auch die Untersuchungsergebnisse einsehen und bewerten.

 

Vor der eigentlichen Untersuchung der Gelenke überprüfen wir den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes. Ist alles in Ordnung, kann die vorgeschriebene Narkose eingeleitet werden. Anschließend werden Röntgenaufnahmen erstellt, die Aufschluss über vorhandene Fehlbildungen geben. Abhängig vom Zuchtverband erfolgt zudem die Entnahme einer Blutprobe, mit der die Identität des Hundes gesichert werden kann. Liegt tatsächlich eine HD oder ED vor, prüft ein Gutachter des Zuchtverbandes, in dem Sie Mitglied sind, mithilfe unserer Aufnahmen den Schweregrad und trägt das Resultat in die Zuchtpapiere ein. Gern besprechen wir auch schon in unserer Tierklinik mit Ihnen, auf welche Ergebnisse die Röntgenaufnahmen verweisen und ob gegebenenfalls therapeutische Maßnahmen zu ergreifen sind.

Bitte beachten Sie dass die gutachterliche Einschätzung durchaus von der fachlichen Einschätzung vor Ort abweichen kann. Der Gutachter hat Ihren Hund ja weder gesehen, noch körperlich untersucht. Erkennt nur das Röntgenbild.

Entwicklungsstörung des Kniegelenkes (Patella-Luxation)

Die Untersuchung der Patella (Kniescheibe) erfolgt ebenfalls in entspannter Atmosphäre, auf eine Narkose kann aber verzichtet werden. Die Untersuchung geschieht zunächst manuell durch Abtasten. Liegt eine Luxation vor, d.h. „springt die Kniescheibe heraus“,  muss auch hier der Schweregrad ermittelt werden. In Einzelfällen können weitere Untersuchungsverfahren notwendig sein. In unserer Sprechstunde beraten wir Sie und besprechen ausführlich und verständlich jede Untersuchung und jede Maßnahme mit Ihnen, die wir für erforderlich halten.

Zuchtuntersuchungen der Augen

Viele Züchterverbände schreiben eine  Augenuntersuchung des Zuchthundes zwingend vor. Dabei stehen vererbbare Augenerkrankungen im Mittelpunkt. Die Untersuchung erfolgt mithilfe verschiedener Geräte und Verfahren wie beispielsweise

 

  • Spaltlampenmikroskop,
  • Augenspiegelung (Funduskopie) und Kammerwinkeluntersuchung (Gonioskopie),
  • Ultraschalluntersuchungen,
  • Gentests.

 

Bei allen Untersuchungen steht für uns das Wohl des Tieres im Vordergrund. Erfahrung und beruhigende Zuwendung sorgen dafür, dass die meisten Untersuchungen ohne Einsatz von Narkosen durchgeführt werden können.

Haben Sie Ihr Tier für eine Zuchtuntersuchung angemeldet, denken Sie bitte daran, die Ahnentafel und ggf. weitere Unterlagen des Zuchtverbandes mitzubringen. Klären Sie am besten auch gleich, ob der Zuchtverband es vorschreibt, dass mit der Untersuchung eine Feststellung der Identität des Tieres durchgeführt wird, beispielsweise durch das Einsetzen eines Chips oder durch einen Bluttest.