hunde und katzen

Wie viele Haustiere braucht der Mensch?

Haustiere kann man doch eigentlich nie genug haben, oder? Dem Gefühl folgend mag das zutreffen. Doch geht es bezüglich der Entscheidung, wie viele Hunde, Katzen, Kaninchen und Vögel in einen Haushalt gehören, besser nicht allein nach dem Gefühl, sondern danach, was für alle Beteiligten das Beste ist. Und dazu gehören natürlich auch die Haustiere selbst. In diesem kurzen Ratgeber möchten wir Ihnen daher eine kleine Hilfestellung geben, die richtige Entscheidung zu treffen.

Was ist gesetzlich erlaubt?

Mietrechtlich gesehen dürfen Sie alle Kleintiere sowie Hunde und Katzen in einer Wohnung halten, sofern im Vertrag kein „Erlaubnisvorbehalt“ vereinbart wurde. Eine grundsätzliche Verweigerung der Haustierhaltung ist nicht mehr zeitgemäß. Ein „Vorbehalt“ macht es jedoch erforderlich, dass Sie die Zustimmung Ihres Vermieters einholen, wenn Sie größere Tiere in einer Mietwohnung halten wollen.

Kleintiere werden grundsätzlich als Tiere definiert,

  • für die eine Käfighaltung möglich ist und
  • von denen keine Lärm- oder Geruchsbelästigung ausgeht.

Ein Hahn ist somit kein Kleintier, da er trotz möglicher Käfighaltung eine enorme Lärmbelästigung darstellen kann. Umgekehrt fällt ein Yorkshire-Terrier, den Sie frei herumlaufen lassen, jedoch noch unter die Kleintierregelung.

Schon bezüglich der Frage, ob Katzenhaltung genehmigt werden muss oder nicht, scheiden sich die Gerichtsurteile. Hier wird es immer auf den Einzelfall ankommen – wie auch auf die Zahl der Haustiere. Mehr als vier Hunde sollten es beispielsweise auf keinen Fall sein. Bei Fischen ist es dagegen Ihnen überlassen, wie viele Sie sich zulegen, vorausgesetzt, die Haltung erfolgt artgerecht.

Ein ungefähres Maß, was als angemessen oder schon als Zuviel des Guten gilt, erhalten Sie, wenn Sie im Folgenden überschlagen, wie viel Platz ein Tier benötigt. Dieser sollte zusätzlich zum Wohnraum, den Sie selbst und Ihre Familie oder Mitbewohner beanspruchen, vorhanden sein.

Was brauchen meine Haustiere?

Hund und Hamster einmal ausgenommen, ist es für die meisten Haustiere von Vorteil, wenn sie nicht einzeln, sondern paarig gehalten werden. Dies gilt für Kaninchen ebenso wie für die üblicherweise als Haustier gehaltenen Vögel, für Katzen oder auch Ratten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich alle Tiere einer dieser Arten gut miteinander verstehen. Manchmal werden Partner aus unbekannten Gründen abgelehnt, manchmal waren die Tiere einfach schon zu lange allein, um noch artgerechtes Verhalten zeigen zu können.

Wenn Sie erwägen Haustiere anzuschaffen, dann fragen Sie daher am besten nicht: Wie viele brauche oder möchte ich? Sondern: Wie viele sollten es mindestens und höchstens sein, damit sich die Tiere bei mir wohlfühlen? Zum Wohlfühlen gehört, dass

  • die Tiere ausreichend Platz haben, auch, um einander mal aus dem Weg gehen zu können.
  • Sie jedem Tier und jeder Vergesellschaftung eines neuen tierischen Mitbewohners ausreichend Zeit und Zuwendung widmen können.
  • Sie in der Lage sind, die finanzielle Belastung zu tragen, die Haustiere mit sich bringen.

Wie viel Platz braucht ein Haustier?

Was die Platzfrage angeht, neigen Menschen ohne Erfahrung im Umgang mit Haustieren dazu, nach der Größe des Tieres zu entscheiden. Tatsächlich kann aber ein Hund oft problemloser in einer kleinen Wohnung gehalten werden als Kaninchen oder Wellensittiche. Entscheidend ist nämlich, wie viel Bewegung die Tiere brauchen und wie oder wo sie diese bekommen.

Katzen können als Freigänger gehalten werden, mit Hunden werden verantwortungsbewusste Halter regelmäßig, also täglich, spazieren gehen, damit sie sich austoben können. Die Wellensittiche dagegen werden besser nicht nach draußen gelassen, sie benötigen daher eine große Voliere oder einen Käfig plus die Möglichkeit, darin oder in einem gesonderten Zimmer frei herumzufliegen.

Kaninchen, die in der Wohnung gehalten werden, benötigen für die Ruhezeiten mindestens zwei Quadratmeter pro Tier, in der Außenhaltung sollten es drei sein – speziell im Winter, wenn die Bewegung auch dazu dient, sich warmzuhalten. Darüber hinaus benötigen sie ausreichend Platz zum Hoppeln und Springen – denn darin entwickeln Kaninchen eine fast schon akrobatische Kunstfertigkeit.

Und auch die Kleinsten im Bunde, die Aquariumsfische, sollten Sie nicht einfach – wie es in Comics oft zu sehen ist – in einem Goldfischglas oder einer Blumenvase unterbringen. Ein Aquarium von mindestens einem Meter Länge beziehungsweise einem Volumen von etwa 50 Litern pro Fisch sollten Sie den stummen Gefährten in jedem Fall gönnen.

Zeit für Zuwendung und Pflege einplanen

Tiere brauchen Zuneigung und Zuwendung, daher sollten Sie bei der Anschaffung auch berücksichtigen, um wie viele Tiere Sie sich kümmern können. Fische benötigen zwar keine Streicheleinheiten, doch ein Aquarium einzurichten und in einem artgerechten Zustand zu erhalten, kann sehr viel Zeit und Wissen beanspruchen. Hunde müssen täglich mehrfach vor die Tür – und dazu sollte auch mindestens ein längerer Spaziergang gehören. Katzen wollen spielen und gestreichelt werden, auch wenn sie kommen und gehen, wann immer sie wollen.

Zeit brauchen Sie zudem nicht allein für die Zuwendung – Kaninchen beispielsweise legen meist wenig Wert auf Streicheleinheiten von Menschen. Zeit brauchen Sie für die Einrichtung oder Gestaltung von Stall, Voliere oder Schlafplatz, für die Säuberung von Käfigen, Ställen, Futternäpfen du Schlafplätzen sowie die Reinhaltung der Tiere und der Wohnung, für Besuche beim Tierarzt oder auch für die Urlaubsplanung. Denn mit Tieren ist es wie mit Kindern: Sind Sie einmal vorhanden, krempeln sie Ihr Leben von Grund auf um.

Anschaffungskosten sind meist die geringsten Kosten

Die Anschaffungskosten sind für viele Haustiere gering – häufig werden sie verschenkt oder  Nachwuchs wird an Freunde und Bekannte kostenlos abgegeben. Unterschätzen Sie aber bitte nicht die Kosten, die im Laufe eines Tierlebens auf Sie zukommen. Dazu gehören Kosten fürs Zubehör, für die Einrichtung von Platz oder Stall, für Futter, Streu, Spielzeug, Versicherungen, Impfungen, Therapien, Transporte, Urlaubsbetreuung und mehr.

Nach Berechnungen des deutschen Tierbundes können Sie über den Daumen gepeilt beispielsweise mit folgenden Kosten (für die durchschnittliche Lebensdauer eines Haustieres) rechnen:

  • rund € 12.000 für eine Katze,
  • rund € 14.500 für einen Hund,
  • rund € 7.000 pro Kleintierpaar,
  • rund € 3.000 für ein Vogelpaar (Papageien nicht mitgezählt, die allerdings ohnehin nicht als Haustiere gehalten werden sollten, sofern nicht äußerst großzügige Bedingungen geschaffen werden können).

Dies sind allerdings reine Durchschnittswerte. Kaninchen beispielsweise können auch deutlich älter werden als durchschnittliche 6 bis 8 Jahre. Hinzu kommt, dass die Ausgaben nicht gleichmäßig verteilt sind – fällt eine aufwendige Behandlung an und haben Sie keine Versicherung abgeschlossen, die die Kosten übernimmt, müssen Sie diese selbst finanzieren, was abhängig von der erforderlichen Behandlung auch mal in den drei- bis vierstelligen Bereich gehen kann.

Denken Sie zu guter Letzt daran, was mit den Tieren geschehen soll, wenn Sie selbst krank sind, beruflich stark eingespannt oder wenn Sie sich einen Urlaub mit einer Vielzahl an Haustieren nicht leisten können.

Haben Sie all diese Aspekte gut durchdacht, werden Sie selbst am besten einschätzen können, wie viele und welche Haustiere Sie brauchen und was Sie diesen bieten müssen, damit sie sich wohlfühlen. Gern können Sie aber auch in unsere Sprechstunde kommen, um mit uns gemeinsam alle weiteren Fragen zu besprechen.