Wo schlafen Hund und Katze

Wo schlafen Hund und Katze?

Wer die Anschaffung eines Haustieres wie Hund oder Katze plant, freut sich auf die herrlichen Stunden in Gesellschaft des Tieres. Was aber, wenn das Tier auch nachts Herrchens und Frauchens Gesellschaft sucht? Dürfen Katze und Hund mit ins Bett? Oder benötigen sie einen eigenen Schlafplatz? Ist es überhaupt sinnvoll, einen festen Schlafplatz für die Katze oder den Hund einzurichten? Und wie lässt der sich am besten gestalten?

In unserem Ratgeber „Wo schlafen Hund und Katze?“ stellen wir Ihnen die wichtigsten Tipps und Überlegungen zum Schlafplatz Ihres Haustieres vor. Im letzten Abschnitt dieses Beitrags gehen wir zudem auf die Frage ein, ob es ratsam ist, Hund oder Katze im eigenen Bett schlafen zu lassen.

 

Schlafen, ruhen, entspannen – auch Hunde wollen sich geborgen fühlen

In der Werbung sehen wir Hunde vor allem als aktive Wesen, die springen, laufen, herumtollen. Dazu sollten sie auch ausreichend Gelegenheit erhalten. Tatsächlich aber schlafen und ruhen Hunde mindestens zwei Drittel des Tages. Bei Welpen oder kranken Tieren können es auch mehr als 20 Stunden sein, die zum Ausruhen und Schlafen dringend benötigt werden. Wird dem Hund dies beständig verweigert oder kommt er nicht zur Ruhe, weil sich kein Plätzchen im Haushalt für ihn findet, an dem er sich ungestört niederlassen kann, wirkt sich dies negativ auf seinen Charakter und/oder auf seinen Gesundheitszustand aus.

Umso bedeutsamer ist es also, schon vor der Anschaffung eines Hundes dessen Schlaf- und Ruheplatz einzuplanen. Was nicht immer leicht ist. Denn einerseits bevorzugen viele Hunde einen Platz in der Nähe ihres Besitzers. Andererseits besteht die Gefahr, dass beide einander stören.

Die erste Wahl fällt zumeist auf den Flur, der zum Schlafzimmer führt. Viele Hundebesitzer lassen die Tür zudem offen, sodass ihre Anwesenheit spürbar ist, dennoch aber eine gewisse Distanz erhalten bleibt. Allerdings sollte diese Lösung nur infrage kommen, wenn der Platz im Flur frei von Zugluft ist und tagsüber wie nachts auch tatsächlich Ruhe bietet.

Wird ein solcher Platz tagsüber rege genutzt, besteht die Möglichkeit, mehrere Schlafplätze für den Hund einzurichten. Ein zusätzliches Körbchen im Wohnzimmer und eine Decke auf den Küchenfliesen erlauben es dem Hund, sich jederzeit zurückzuziehen oder aber die Gesellschaft von Herrchen/Frauchen aufzusuchen. Und sollte sich Besuch ankündigen, lassen sich die Utensilien aus einem der Zimmer leicht entfernen, ohne dass dem Hund jegliche Möglichkeit zum Rückzug genommen wird.

Welche Ausstattung benötigen Sie für einen Hundeschlafplatz?

Ob Hunde lieber auf den Fliesen, auf einer Decke oder im Körbchen ihr Nickerchen halten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Grunde verhält es sich ähnlich wie bei uns Menschen: Manche lieben ihren Futon, andere bevorzugen eine weichere Unterlage. Der eine schwitzt im Schlaf leicht, der andere friert und kann auch im Sommer nicht auf sein Oberbett verzichten.

Am besten ist es daher, wenn Sie Ihrem Hund verschiedene Möglichkeiten anbieten und beobachten, welche (wann oder zu welcher Jahreszeit) am besten annimmt.

Spielt die Optik eine Rolle, entscheiden sich viele Hundehalter für den klassischen Korb aus geflochtener Weide. Dieser hat hohe Ränder, die das Gefühl von Schutz und Geborgenheit vermitteln. Für kleine Rassen kann auch eine Hundehöhle angeschafft werden, die einem Katzenkorb ähnelt. Ein Kissen oder eine Decke lassen den Korb kuscheliger werden.

Einige Hunde bevorzugen dennoch eine weichere Variante, wie sie beispielsweise als Hundesofa oder als Hundebett erhältlich sind. Achten Sie bei der Anschaffung darauf, dass die Liegefläche auch dem ausgewachsenen Hund ausreichend Platz bietet, denn Hunde verarbeiten wie wir Menschen im Schlaf ihre Tageserlebnisse, was zu unruhigen Bewegungen führen kann. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl von Hundekorb oder Hundebett zudem, wo sie aufgestellt werden, damit Größe und Form passend sind. Der Aufstellungsort sollte immer an einer Wand oder in einer Ecke gewählt werden, niemals in der ungeschützten Mitte des Raumes.

Zu guter Letzt lohnt es sich, die Materialien zu prüfen, mit denen Sie den Hundeschlafplatz ausstatten. Achten Sie darauf, dass diese

  • gut zu reinigen sind. Bezüge beispielsweise sollten abziehbar sein, Decken in der Maschine gewaschen werden können.
  • keine giftigen Stoffe enthalten oder Kleinteile, die der Hund leicht verschlucken könnte.
  • hervorragend verarbeitet sind, sodass sich Ihr Tier daran nicht verletzen kann und das Bett oder der Korb sich als langlebig erweist.

 

Zimmer mit Ausblick: einen Schlafplatz für Katzen einrichten

Von Katzen kennen wir die niedlichen Bildchen, die zeigen, dass sie sich wie Säuglinge auch im größten Trubel entspannen und einschlafen können. Interessanterweise schlafen Katzen im Schnitt aber weniger als Hunde – wenngleich auch sie mehr Zeit zum Ruhen und Dösen benötigen als der Mensch. Auch für die Katze gilt daher: Wird ihr Schlaf dauerhaft verweigert oder findet sie keinen ansprechenden Ruheplatz, erleidet sie gesundheitlichen Schaden.

Was ein attraktiver Ruheplatz ist, darüber streiten sich allerdings nicht nur die Katzen selbst. Auch wir sind als erfahrene Tierärzte und Pfleger immer wieder überrascht, wie die Wahl tatsächlich ausfällt, wenn Sie Ihre Katze selbst entscheiden lassen, wo sie ihren Tag- und Nachtträumen nachgeht. Katzen favorisieren zumeist jedoch warme, kuschelige, höher gelegene Plätze, an denen sie einen guten Ausblick auf das Geschehen um sie herum haben. Unter der Bedingung allerdings, dass sie dort wirklich zur Ruhe kommen.

Welche Ausstattung benötigen Sie für einen Katzenschlafplatz?

Da Katzen zumeist eigenwilliger in der Wahl ihres Ruheplatzes sind als Hunde, empfiehlt es sich auch hier, zunächst zu beobachten, wo sich die Katze bevorzugt niederlässt. Versuchen Sie dann, ihr dort einen kuschelig warmen Rückzugsort zu schaffen. Dazu reicht schon ein mit einer Decke ausgelegter, fester Karton aus. Soll es optisch anspruchsvoller sein, leisten ein Weidenkorb, ein Katzenbaum oder eine Katzenhöhle gute Dienste. Viele Katzen lieben es zudem, wenn ihr Rückzugsort von (ungiftigen) Pflanzen umgeben ist. Muss es unbedingt das Fensterbrett sein, legen Sie ein Katzenkissen als weiche Unterlage darauf.

Bedenken Sie dabei, dass gerade Freigänger, die zum Schlafen und Dösen ins Haus kommen, ihren Instinkten folgen. Das bedeutet auch, dass sie den Schlafplatz des Öfteren wechseln, um zu verhindern, dass feindlich gesinnte Lebewesen ihn aufspüren könnten. Wenn irgend möglich, sollten Sie Ihrer Katze daher mehrere Plätze zum Ausruhen zur Verfügung stellen. Nimmt Ihre Katze keinen davon an und besteht darauf, sich an strategisch ungünstigen Plätzen niederzulassen, versuchen Sie, das Tier mit kleinen Leckerlis an den von Ihnen bevorzugten Schlafplatz zu locken.

Auch ein leichter Geruch nach Baldrian oder Katzenminze lockt viele schnurrende Haustiere an den von Ihnen ausgewählten Ruheplatz. Sie sollten dies allerdings nur als Notlösung und nur sehr selten einsetzen. Baldriankissen sind beliebte Spielzeuge für Katzen, es sollte aber keine Gewöhnung an den Geruch eintreten. Daher eignen sie sich nicht für den Dauergebrauch. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass alles, was Sie Ihrer Katze an den Ruheplatz legen, von hoher Qualität ist und keine Teile enthält, an denen sich das Tier verletzten oder die es verschlucken könnte.

 

Ist das Schlafzimmer für Katze und Hund tabu?

Das Schlafzimmer selbst muss für Katze und Hund nicht tabu sein – ob die Vierpföter dagegen ins Schlafzimmerbett dürfen, ist vehement umstritten. Gegen das Aufstellen eines Katzen- oder Hundekorbes im Schlafzimmer spricht, dass sich der Schlafrhythmus von Mensch und Tier deutlich unterscheiden können.

Gerade ältere Hunde neigen zudem zum Schnarchen – wer also selbst einen eher leichten Schlaf hat und auf Geräusche sensibel reagiert, sollte darauf verzichten, den Korb im Schlafzimmer aufzustellen. Viele Tierbesitzer berichten zudem mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass sich Hund oder Katze zunächst zwar gehorsam ins Körbchen legen, spätestens dann, wenn Herrchen oder Frauchen das Licht ausgeschaltet haben, aber zu glauben scheinen, dass es niemand bemerkt, wenn sie heimlich ins Bett hüpfen.

Tiere im Schlafzimmer: Vor- und Nachteile gründlich abwägen

Aber ist es denn so schlimm, wenn die Katze oder der Hund mit im Bett schlafen? Dazu gibt es – wie nicht anders zu erwarten – verschiedene Sichtweisen. So gibt es Studien, die vertreten, dass besonders Singles davon profitieren, wenn sie das Bett mit der Katze oder dem Hund teilen, weil von deren Schlafverhalten und Nähe eine beruhigende Wirkung auf sie ausgeht.

Andere Studien heben die negativen Auswirkungen hervor. Dazu gehört zum einen, dass Haustiere Unruhe ins Schlafzimmer bringen. Zum anderen kann es sich als nachteilig auswirken, wenn der Kontakt zum Hund zu eng wird, da sich dadurch das Verhalten ändert und der Hund beispielsweise einen übertriebenen Beschützerinstinkt entwickelt oder aber den Tierhalter nicht mehr als „Vorgesetzen“, dem er zu folgen hat, anerkennt.

Doch wie immer geben die individuellen Verhältnisse letztlich den Ausschlag. Falls Sie sich dafür entscheiden, dem flehenden Blick Ihres Welpen oder der souveränen Hartnäckigkeit Ihrer Katze nicht länger zu widerstehen, beachten Sie aber bitte die folgenden Grundsätze:

  • Denken Sie an eine umfassende Hygiene, die nicht allein im täglichen Reinigen von Bett und Bettwäsche besteht. Auch häufige Wurmkuren und eine sorgfältige Pflege von Haut und Fell des Tieres sind erforderlich, damit Sie sich selbst vor dem Befall mit Parasiten schützen.
  • Trainieren Sie viel mit einem Hund, der in Ihrem Bett schlafen darf, damit er darüber den Gehorsam nicht verlernt. Gerade Hunde sollten zudem nur beim Besitzer schlafen dürfen, den sie als Ranghöchsten anerkennen – im Kinderbett beispielsweise haben sie nichts verloren.
  • Wählen Sie ein Bett in Übergröße – damit Sie und ggf. Ihr Partner/Ihre Partnerin weiterhin ausreichend Platz haben.

 

Apropos Partner/in:  Bedenken Sie bitte auch, dass sich die Entscheidung, Ihr Haustier im Bett schlafen zu lassen, nur schwer wieder rückgängig machen lässt. In jedem Fall wird das Tier darunter leiden, wenn es zunächst daran gewöhnt wird, unter die Bettdecke kriechen zu dürfen und später – weil beispielsweise ein neuer Partner oder ein Kind diesen Platz beansprucht –  weichen muss. Und auch auf Sie kommen harte Tage zu, wenn beleidigtes Fauchen oder beunruhigendes Winseln die Antwort auf ein unerwartetes Nein sind. Deshalb raten wir grundsätzlich davon ab, Katzen oder Hunde daran zu gewöhnen, im Schlafzimmer und im Bett zu nächtigen. Nehmen Sie sich stattdessen lieber tagsüber alle Zeit, die Sie erübrigen können, um mit Ihrem Tier zu spielen und zu kuscheln.