Worauf Hunde- und Katzenhalter im Frühjahr achten müssen

Worauf Hunde- und Katzenhalter im Frühjahr achten müssen

Frühlingsgefühle, Fellwechsel, Freigänge und mehr:

Wenn die ersten Sonnenstrahlen ins Freie locken, atmen Mensch und Tier gleichermaßen auf. Endlich ist es wieder Zeit für lange Spaziergänge und ausgedehnte Freigänge. Doch das Frühjahr, so schön es ist, birgt gerade für Hunde und Katzen einige Tücken und Notwendigkeiten, die Sie kennen sollten, um die richtige Unterstützung geben und gegen Gefahren vorsorgen zu können.

 

1. Fellwechsel: Intensive Pflege und gute Ernährung sind jetzt besonders wichtig

Steht der Fellwechsel an, ist das für Hunde- und Katzenbesitzer ohnehin eine arbeitsintensive Zeit, da Mobiliar und Teppiche täglich gereinigt werden müssen, damit sich die menschlichen Hausbewohner und ihre Gäste wohlfühlen. Sie erleichtern sich und Ihrem Haustier diese Phase, wenn Sie sich der Pflege des Fells nun besonders intensiv annehmen. Dazu gehört in erster Linie, dass das Fell täglich gebürstet wird – zart, aber bestimmt, und am besten im Freien, sodass Fellhaare, die der Bürste entkommen, sich nicht auf dem Teppich niederlassen.

Die Notwendigkeit einer intensiven Fellpflege besteht vor allem bei Tieren mit langhaarigem Fell, ist also kein reines Hygieneproblem. Auch wenn Sie einen tierfreundlichen Staubsauger Ihr Eigen nennen – helfen Sie den Tieren, indem Sie die abgestorbenen Haare und Fellbüschel entfernen. Verwenden Sie  Pflegehandschuhe und Kämme sowie Bürsten, die speziell für die Tierpflege geeignet sind. Bei sehr voluminösem Fell empfiehlt sich beispielsweise die Anschaffung sogenannter „Hundesalon-Kämme“.

Achten Sie beim Bürsten und Kämmen auf eine entspannte Atmosphäre, sprechen Sie das Tier ruhig an und kraulen Sie es vorweg ein wenig. Beginnen Sie dann mit dem Bürsten am Kopf und bürsten oder kämmen Sie immer von den Haarwurzeln zu den Haarspitzen. Die tägliche liebevolle Beschäftigung mit Ihrem Tier wird nicht nur Ihren Arbeitsaufwand in Sachen Reinhaltung von Haus und Wohnung verringern. Sie intensiviert auch die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Haustier. Ausserdem sorgen Sie so dafür, dass sich das Fell verfilzt oder dass sie zu viel Fell verschluckt wird.

Auf die Ernährung achten

Während des Fellwechsels brauchen Ihre Haustiere eine besonders gute Ernährung, denn sie haben einen erhöhten Bedarf an Eiweiß, Vitaminen, Nähr- und Mineralstoffen. Achten Sie darauf, dass Ihr Tier in dieser Zeit durch die Auswahl geeigneter Zusatzgaben und generell durch eine ausgewogene Ernährung gut versorgt ist. Gern sind wir Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch mit Tipps und Erfahrungen behilflich.

 

2. Gifte in Haushalt und Garten

Vor Ostern ist es in vielen Haushalten Zeit für den großen Frühjahrsputz und auch der Garten soll jetzt im neuen Glanz erstrahlen. Da bleibt es oft nicht aus, dass auch Mittel eingesetzt oder Pflanzen in Haus und Garten geholt werden, die für Katzen und Hunde (und zum Teil auch für andere Haustiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen) giftig sind. Verzichten Sie im Haus nach Möglichkeit auf alle Mittel, die chlor- oder säurehaltig sind und verwenden Sie im Garten nur unbedenkliche Düngerarten.

Stellen Sie Schnittblumen in die Vase, achten Sie darauf, dass diese für Ihr Haustier möglichst unerreichbar ist – schon zu Ihrem eigenen Vorteil, denn niemand freut sich darüber, wenn die Vase umgeworfen und der Inhalt mit den Zähnen gründlich untersucht wurde. Viele Frühlingsblumen sind zudem giftig für Haustiere – das haben sie mit einer Vielzahl an Gartenpflanzen gemein. Möglichst keinen Kontakt sollten Katzen und junge, noch unerzogene Hunde beispielsweise mit

  • Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Orchideen, Veilchen und Maiglöckchen;
  • Rhododendron, Oleander, Rittersporn, Engelstrompete;
  • Buchsbaum, Efeu und anderen beliebten Hecken- und Hausbepflanzungen

haben.

Da die Liste der Pflanzen und Schnittblumen, die Haustiere nicht vertragen, sehr lang ist, informieren Sie sich am besten aus der Fachliteratur, welche Pflanzen Sie als Hunde- oder Katzenbesitzer besser meiden sollten. Eine hilfreiche Übersicht finden Sie zudem hier. (http://www.tiermedizinportal.de/giftpflanzen )

Und denken Sie bitte daran: Nicht nur die Pflanzen sind gefährlich, auch das Blumenwasser kann schon Schaden anrichten – sorgen Sie dafür, dass Hund und Katze nicht davon trinken.

Neben dem gequälten Aussehen Ihres Tieres sind typische Anzeichen für eine Vergiftung:

  • Durchfall,
  • Erbrechen (auch wässriges),
  • starker Speichelfluss,
  • Schaumbildung
  • Bewegungsunmut
  • Zittern
  • Veränderung der Pupillen

Sollten Sie diese oder ähnliche unklare Anzeichen an Ihrem Haustier wahrnehmen, zögern Sie bitte nicht, Ihren Hund oder Ihre Katze sofort in unsere Sprechstunde zu bringen.

 

3. Frühlingsgefühle verstehen und lindern

Die sagenumwobenen Frühlingsgefühle sind bei sterilisierten oder kastrierten Tieren deutlich geringer. Dennoch sollten Sie im Frühjahr auf alle Haustiere besonderes Augenmerk haben, was ihr Verhalten angeht. Kaninchendamen neigen in dieser Zeit dazu, sich als Rivalinnen aufzuspielen und in einigen Gehegen hat man das Gefühl, dass dort nicht die kleinen Nager, sondern der sprichwörtliche  Bär tobt. Überhaupt kommt viel Bewegung in die Tierwelt und Ihre Haustiere brauchen jetzt auch mehr Bewegung als im Winter.

Gerade für Hundehalter heißt es daher: Achten Sie darauf, dass Ihr Rüde beim Anblick einer entzückenden Hundedame nicht sein gutes Benehmen vergisst und mal eben ohne Sie die Straßenseite wechselt. Kommt eine Sterilisation oder Kastration nicht infrage, kann gegebenenfalls eine medikamentöse Gabe die für alle stressige Phase des Tieres mildern.

Hunde werden – im wahrsten Sinne des Wortes – im Frühjahr läufig, was eben auch bedeutet, dass sie im Ernstfall nicht mehr gehorchen und davonlaufen. Katzen werden rollig, was sich im lautstarken Gesang äußert, der schon viele Nachbarschaftsstreitereien heraufbeschworen hat. Käme Ihnen der Nachwuchs ihrer Katze ohnehin nicht gelegen, vereinbaren Sie am besten möglichst rechtzeitig einen Termin, um sie kastrieren zu lassen. Gern beraten wir Sie in unserer Sprechstunde über

  • den günstigsten Zeitpunkt,
  • die Unterschiede von Sterilisation und Kastration,
  • die damit einhergehenden Veränderungen im Verhalten,
  • die erforderlichen Umstellungen in der Ernährung (Verringerung der Energiezufuhr),
  • die gesundheitlichen Vorteile für Katzen und Kater.

Selbstverständlich nehmen unsere erfahrenen Mitarbeiter auch die sorgfältige Untersuchung und den operativen Eingriff vor.

Tipp: Für Hunde besteht im Frühjahr in vielen Gebieten Leinenzwang – erkundigen Sie sich in Ihrer Gemeinde, wann und wo dies erforderlich ist. Für Katzen gibt es keinen Leinenzwang, dennoch sollten Sie während der Brutzeit darauf achten, dass

  • Ihre Katze ein Glöckchen am Halsband trägt, damit sie sich nicht unerkannt an Nester heranschleichen kann;
  • Ihre Katze möglichst nicht in den frühen Morgenstunden die Umgebung erkundet, da dies die Zeit ist, in der Jungvögel zumeist das Fliegen üben.

Und falls Sie in Ihrem Garten Vögel wie die „Rohrspatzen“ schimpfen hören, dann schauen Sie lieber einmal mehr nach, ob Ihre Katze eventuell der Verursacher sein könnte.

4. Zecken und Erkrankungen von Nieren oder Blasen

Wie stark die Gefahren sind, an einem Zeckenbiss zu erkranken, hängt wesentlich von der Region ab, in der Sie wohnen, und von den Gebieten, die Hund oder Katze täglich erkunden. Denken Sie aber daran, dass Hunde und Katzen hier grundlegend stärker gefährdet sind als wir Menschen und untersuchen Sie am besten täglich, ob sich irgendwo ein unerwünschter Gast niedergelassen hat. Wenn Sie sich die tägliche Fellpflege ohnehin zur Gewohnheit gemacht haben, bedeutet das keinen zusätzlichen Aufwand.

Eine alte Bauernweisheit besagt, dass man sich nicht ins Gras setzen soll, bevor das erste Frühjahrsgewitter niedergegangen ist.Denn oft unterschätzen schon wir Menschen, dass der Boden doch noch feucht und kühl ist – obwohl die Sonnenstrahlen bereits kräftig wärmen. Die Folge kann bei Mensch und Tier eine schmerzhafte Blasen- oder Nierenentzündung sein. Achten Sie daher auch im Frühjahr noch darauf, dass Ihr Hund nicht zu lange unbeweglich auf kalten Böden liegt – vor allem nicht mit feuchtem Fell.

Sie haben weitere Fragen zu typischen Gefährdungen im Frühjahr oder würden Symptome, die sich neuerdings bei Ihrem Haustier zeigen, gern von uns abklären lassen? Wir sind für Sie da!