Veteria Augenuntersuchungsgang

Wir untersuchen und behandeln Augenerkrankungen bei Hunden, Katzen, Heimtieren (Kaninchen, Meerschweine,…), Nagetieren (Chinchilla, Gerbil, Ratte, Maus), Reptilien und Vögeln. Der Augenuntersuchungsgang wird am wachen Tier durchgeführt. In der Regel lassen sich auch sehr ängstliche und sensible Tiere sehr gut untersuchen.

Augenuntersuchungsgang

Anamnese

  • Vor der Untersuchung stellen wir Ihnen nicht nur Fragen zu der Krankheitsgeschichte der Augenerkrankung, sondern auch zu
    • Haltung und Fütterung
    • Partnertieren
    • Grunderkrankungen und aktuellen Medikamentengaben
  • Viele Augenerkrankungen können eine systemische Ursache haben, daher sind diese Informationen für uns sehr wichtig
  • Sollte Ihr Tier eine längere Krankheitsgeschichte aufweisen, wäre es hilfreich, wenn Sie die Unterlagen schon zur ersten Untersuchung bei uns mitbringen

 

Reflexprüfungen

  • Zur Überprüfung der Sehfähigkeit und bei neurologischen Problemen des Kopfes/der Augenumgebung und des Auges werden unterschiedliche Reflexe untersucht. Folgende Reflexe werden überprüft. Drohantwort, Blendreflex, Pupillenlichtreflex, vestibulo-okuläre Reaktionen
  • Überprüfung weiterer Kopfnerven

 

 

Spaltlampenuntersuchung

  • Die Spaltlampe ermöglicht die Untersuchung des Auges mit einer hohen Auflösung (10-16fache Vergrößerung). Durch verschiedene Bündelungen des Lichtstrahls, regulierbare Lichtintensitäten und die Verwendung von Farbfiltern werden die Augenlider, der Tränenfilm, die Hornhaut, die vordere Augenkammer, Iris, Linse und der Übergang von Linse zu Glaskörper untersucht. Mit Hilfe des Spaltlichtes können Veränderungen im Auge (z.B. Trübungen) genau lokalisiert werden. Um die gesamte Linse (z.B. bei Verdacht auf eine Katarakt/grauer Star) beurteilen zu können, ist es notwendig die Pupille mit einem Medikament weitzustellen. Das Medikament wird als Augentropfen gegeben und wirkt nach 15-20 Minuten. Die Wirkung hält für einige Stunden an, in dieser Zeit ist Ihr Tier lichtempfindlicher.

 

Untersuchung der Tränenflüssigkeit

  • Die Tränenflüssigkeit wird hinsichtlich der Menge und der Qualität untersucht. Die Tränenmenge wird mit dem Schirmer Tränentest überprüft. Dabei werden kleine Papierstreifchen mit einer Meßskala für eine Minute pro Auge in den Bindehautsack eingelegt. Eine zu geringe Tränenproduktion kann auf ein Trockenes Auge hinweisen. Die Tränenqualität kann u.a. mit der Tränenfilmaufrißzeit bestimmt werden.

 

 

Augeninnendruckmessung

  • Der Augeninnendruck ist bei den verschiedenen Spezies, die wir untersuchen unterschiedlich. Ein erhöhter Augeninnendruck kennzeichnet das Glaukom (grüner Star), das unterschiedliche Ursachen haben kann. Ist der Augeninnendruck erhöht kann es sehr schnell zur Erblindung des Auges führen. Augenentzündungen können zu einem zu niedrigen Augeninnendruck führen, der ebenfalls schädlich für das Auge sein kann.

 

 

Ophthalmoskopie (direkt/indirekt)

  • Die Netzhaut wird mit einer fokalen Lichtquelle und verschiedenen Linsen untersucht. Dabei werden der Sehnervenkopf, die Netzhautgefäße, die Struktur und Pigmentierung der Netzhaut und ihre Reflexeigenschaften untersucht.

 

Vitalfärbungen der Hornhaut

  • Verschiedene fluoreszierende Farbstoffe (wie Fluoreszein und Lissamingrün) helfen bei der Diagnose von Hornhautverletzungen. Die Farbstoffe färben verschiedene Schichten der Hornhaut an und helfen bei der Bestimmung von Tiefe und Ausmaß der Verletzung, sowie bei der Beurteilung der Hornhautwundheilung.

 

Überprüfung der Durchgängigkeit der tränenableitenden Wege (Tränennasenkanal)

  • Die Durchgängigkeit des Tränennasenkanals wird mit den Jones Tests überprüft. Dabei wird bei dem ersten Test ein Farbstoff in das Auge eingegeben und überprüft ob dieser in der Nase ankommt. Ist dieser Test negativ, wird der Tränennasenkanal über die Tränenpunkte am Augenlid gespült. Hierfür ist eine lokale Betäubung des Auges erforderlich.

Lokalanästhesie

  • Verschiedene Untersuchungen und Behandlungen erfordern eine Lokalanästhesie des Auges. Das Lokalanästhetikum wird in Form von Augentropfen verabreicht und wirkt sehr schnell.

 

Gonioskopie

  • Mit einer speziellen Linse, die auf die Hornhaut aufgelegt wird, kann der Kammerwinkel untersucht werden. Der Kammerwinkel befindet sich im Übergang der Hornhaut zur Sklera und der Iris und dient dem Abfluss des Kammerwassers. Ist dieser verändert kann es zu einer Störung des Abflusses und somit zu einem erhöhten Augeninnendruck (Glaukom, grüner Star) kommen. Erblich bedingte Veränderungen des Kammerwinkels können bei bestimmten Hunderassen (wie z.B. Bassett, Beagle, American Cocker Spaniel) zu einem erblich bedingten Glaukom (grüner Star) führen.

 

Bakteriologische, Mykologische und Virologische Untersuchungen

  • Bei Erkrankungen, die durch Bakterien und Pilze verursacht werden, kann es notwendig sein den genauen Erreger und seine Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Medikamenten zu untersuchen. Mit einem kleinen sterilen Tupfer wird z.B. Augensekret aus dem Bindehautsack aufgenommen. Der Tupfer kommt in ein Nährmedium und wird zur Untersuchung eingesendet.
  • Bei Erkrankungen, die auf eine Viruserreger hindeuten, ist für eine gezielte Therapie eine Bestimmung des Erregers notwendig (wie z.B. beim Katzenschnupfenkomplex). Hierfür wird mit einem kleinen Bürstchen von der Bindehaut des Auges ein Abstrich genommen. Dieser wird zur Untersuchung eingesendet.

 

 

Zytologische Untersuchung

  • Bestimmte Erkrankungen führen zu einem bestimmten Zellbild und es gibt Erreger, die sich direkt in den Zellen nachweisen lassen. Um diese zu untersuchen werden Abstriche von Bindehaut und/oder Hornhaut Die Proben werden zur Untersuchung eingesendet.

 

Histopathologische Untersuchung

  • Bei z.B. dem Verdacht auf eine Tumorerkrankung ist es notwendig eine Gewebeprobe zu entnehmen. Kleinere Proben können am Auge unter Lokalanästhesie entnommen werden, bei größeren oder schwierig lokalisierten Entnahmeorten oder auch ängstlichen/wehrhaften Patienten kann eine Vollnarkose notwendig sein. Die Proben werden zur Analyse in ein spezielles Labor gesendet.

 

Untersuchung auf erblich bedingte Augenerkrankungen (Zuchtuntersuchung)

  • Viele Hunde- und Katzenrassen können erblich bedingte Augenerkrankungen (wie z.B. primäre Linsenluxation, Katarakt (grauer Star), Glaukom (grüner Star)) haben. Um diese Rassen gesund zu erhalten ist eine regelmäßige Augenuntersuchung auf erbliche Augenerkrankungen anzuraten. Bei vielen Rassen ist eine regelmäßige Augenuntersuchung für die Zuchtzulassung vom Zuchtverband vorgeschrieben. Wir führen diese Untersuchungen nach den national und international anerkannten Standards für die Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen und entsprechend der Anforderungen Ihres Zuchtverbandes durch. Je nach Rasse sind unterschiedliche Untersuchungen notwendig, die Ihnen Ihr Zuchtverband mitteilt. In der Regel ist dies eine Spaltlampenuntersuchung und eine indirekte Ophthalmoskopie nach Weitstellen der Pupille, bei manchen Rassen ist auch eine Gonioskopie vorgeschrieben. Für die Untersuchung ist es notwendig, dass sie die Unterlagen Ihres Zuchtverbandes und die Ahnentafel Ihres Tieres zur Untersuchung mitbringen, Ihr Tier wird durch Auslesen des Mikrochips vor der Untersuchung identifiziert.